eine etwas andere Rechnung

Am Wochenende (13./14. September 2014) haben Landtagswahlen in Brandenburg und in Thüringen stattgefunden. In Brandenburg hat die SPD mit 31,9 Prozent gewonnen. In Thüringen war die CDU mit 33,5 Prozent die stärkste Partei. Wie sieht dieses Ergebnis unter Einrechnung der Nichtwähler eigentlich aus?

Bei der Landtagswahl in Thüringen wählten:
  • 47,3 Prozent aller Wahlberechtigten keine Partei.
  • 17,4 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU.
  • 14,6 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
  • 6,4 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
  • 5,5 Prozent aller Wahlberechtigten die AfD.
  • 2,9 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
  • 1,3 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.

Eine schwarz-rote Koalition käme auf 23,8 Prozent aller Stimmen. Die mögliche rot-rot-grüne Variante läge bei 23,9 Prozent. Die Mehrheit ist demnach ein Resultat aus dem Ergebnis von weniger als eines Viertels der Wahlberechtigten.

Bei der Landtagswahl in Brandenburg wählten:
  • 52,1 Prozent aller Wahlberechtigten keine Partei.
  • 15,0 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
  • 10,8 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU.
  • 8,7 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
  • 5,7 Prozent aller Wahlberechtigten die AfD.
  • 2,9 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
  • 1,3 Prozent aller Wahlberechtigten die Freien Wähler.
  • 0,7 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.

Die amtierende Koalition könnte ihre Arbeit auf der Grundlage von 23,7 Prozent weiterführen. Koaliert sie mit der CDU sind es 25.8 Prozent. 2009 besaß die Koalition aus SPD und Linke noch einen Rückhalt von 39,6 Prozent aller Wahlberechtigten, weil mehr Bürger zur Wahl gingen. Obwohl beispielsweise die CDU zulegte, wählten sie 80.000 Menschen weniger als 2009. In absoluten Zahlen, gemessen an allen Wahlberechtigten, hat sie über zwei Prozentpunkte verloren.

14.400 Menschen oder 0,7 Prozent aller Wahlberechtigten wählten die FDP. Das entspricht in etwa der Summe aller Verwandten und Freunde von FDP-Mitgliedern.

Ein anderes Thema ist die AfD. Nur sie hat aus dem Becken der Nichtwähler gefischt. Noch spricht sie Protestwähler an. Ob das so bleiben wird ist ungewiss, wie auch ihr weiterer Kurs.

Entwarnung kommt aus dem Osten. bei der letzten Europawahl wählten nur 37 Prozent der Polen. Allerdings ist eine Europawahl keine Landtagswahl.

Hartmut Dold

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Wie repräsentativ sind Landtagswahlen noch?

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