Schulcontainer war gestern – Schulergänzungsbau heute

Am 20.08. 2014 hat Senatsbaudirektorin Regula Lüscher die erste von sieben Schulboxen in Pankow eingeweiht. Er ist ein Schulergänzungsbau der Mendel-Grundschule am Stiftsweg 3 in Pankow. Auf dem ersten Blick sieht er besser aus als befürchtet. Ob dazu die rote Farbe beiträgt?

Bereits im April vergangenen Jahres haben wir über entsprechende Absichten der Berliner Schulverwaltung unter dem Titel:  „Das große Murren“ berichtet. Hintergrund war, dass der Zuzug in bestimmte Stadtbezirke wie Pankow ( Plus 16 % 2014) und der damit einhergehende Bedarf an Grundschulklassen nicht richtig eingeschätzt worden war. Schulneubauten sind natürlich auch sehr teuer und Berlin muss sein Geld bekanntlich an anderer Stelle aus dem Fenster werfen.

Neben dem Schulstandort in Pankow sollen demnächst auch in Lichtenberg und Reinickendorf Schulergänzungsbauten aufgestellt werden, weitere sind in Planung.

Frau Lüscher freut sich jedenfalls sehr, „dass trotz der engen zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen wie geplant die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer zum Schulbeginn ihre neuen Räume beziehen können. Dass wir das erreicht haben, ist vor allem der engagierten Leistung aller an der Planung und am Bau Beteiligten zu verdanken, die trotz einer sehr standardisierten Bauaufgabe mit äußerst engen Gestaltungs- und Funktionsvorgaben jedem der modularen Ergänzungsbauten ein eigenes, unverwechselbares und farbenfrohes Gesicht gegeben haben“. (Pressemitteilung des Senats)

Das war auch bitter notwendig zeigt doch „die Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke … ein Wachstum insbesondere in den Altersgruppen der 6 bis unter 18-Jährigen um fast 20% bis 2030. Vor diesem Hintergrund wurden im vorigen Jahr die regionale Entwicklung der Schülerzahlen und die vorhandenen Schulraumkapazitäten detailliert untersucht und im Ergebnis ein kurzfristiger Bedarf von zusätzlichen Schulgebäuden vor allem im Bereich der Grundschulen festgestellt“, heißt es weiter in der Presseerklärung.

Die modulare Schulergänzungsbauten umfassen 12 bis 24 Unterrichtsräume. Sie enthalten Klassen- und Gruppenräume, Lehreraufenthaltsbereiche, sanitäre Anlagen, Abstellräume, Hausanschlussraum und je einen Aufzug. Aufgestellt werden sie auf den Schulhöfen oder auf unmittelbar in der Nähe liegenden Grundstücken. Alle Ergänzungsbauten sind freistehende, nicht unterkellerte, dreigeschossige Gebäude, die barrierefrei zugänglich sind und dem aktuellen energetischen Standard entsprechen.

Entgegen dem Berliner Trend betrug die Planungsphase nur 7 Monate. Weitere 8 Monate wurden für die reine Bauzeit benötigt. Die Baukosten für die sieben Boxen betragen 21,3 Millionen Euro.

Für den Schulbeginn 2015/ 2016 sind acht weitere Schulergänzungsbauten mit 6 bzw. 21 Unterrichtsräumen in sechs Stadtbezirken Berlins in Planung, drei davon in Pankow: Die Klecks-Grundschule in der Brixener Straße, die Rudolf-Dörrier-Grundschule in der Rosenthaler Kastanienalle und die Hufelandschule in Buch.

Gebaut werden die modularen Schulergänzungsbauten von einem inhabergeführten international agierenden Mittelstandsunternehmen aus NRW mit über 3.300 Beschäftigten, der Unternehmensgruppe Goldbeck.

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Nebenan

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