Schnelles surfen im Berliner Untergrund

Bisher machte surfen oder telefonieren in der Berliner U-Bahn keinen Spaß. Häufige Verbindungsabbrüche waren eher die Regel als die Ausnahme. Das soll sich jetzt verbessern. Die Bauarbeiten an der U8 an der Leinestraße nutzt der Netzbetreiber E-Plus, um eine seiner UMTS- und LTE-Anlagen in der U-Bahn zu installieren und auszuprobieren.

Bis Ende des Jahres soll fast das ganze Bahnnetz mit schnellem mobilen Internet versorgt werden. Um das Mobilfunksignal in die Tunnel zu bringen, setzt E-Plus eine Mischtechnik aus Funk und Glasfaser ein. Überirdische Mobilfunkantennen sind in in der Regel direkt mit den Basisstationen verbunden. Im U-Bahntunnel ist dafür oft kein Platz. Die Basisstationen sind auf 10 Betriebsräume im U-Bahn-Netz verteilt, in denen auch die Transmission- Units für den Weitertransport ins Internet stehen.

Die Signale von den Basisstationen werden im Betriebsraum in ein optisches Signal gewandelt und gehen auf insgesamt 800 Faserkilometern auf die Reise durch den Berliner Untergrund. Im Tunnel sind Repeater installiert, die das Signal wieder zurück wandeln und auf die Antennen im Tunnel und auf dem Bahnhof verteilen. Nominell sind so bis 50 Mbit/s für  drin, die bis zum Jahresende erst einmal ohne Zusatzkosten die volle Bandbreite nutzen können.

E-Plus setzt damit eine andere Technik als die Wettbewerber ein, die an den Tunnelwänden verlegte Schlitzkabel als Antenne nehmen. Die sind allerdings auf den Frequenzbereich um 900 Mhz beschränkt, weshalb Telekom, O2 und Vodafone in der U-Bahn bisher nur GSM/EDGE anbieten. In einer vollen U-Bahn macht Internet so wenig Spaß

Wettbewerb tut gut

Die Telekom hat inzwischen auch angekündigt, im Underground zu investieren. Gespräche laufen laut BVG auch mit den anderen Netzbetreibern. Dabei geht es natürlich um die Kosten und wer sie bezahlt: Die Berliner Verkehrsbetriebe wollen sich die Unterbringung der Technik natürlich von den Netzbetreibern bezahlen lassen. Genaue Zahlen will bisher niemand nennen. Es gibt wohl noch unterschiedliche Auffassungen darüber, was angemessen ist.

Während andere noch verhandeln, baut E-Plus schon mal weiter. Bis Ende des Jahres soll die U-Bahn Netz weitgehend mit HDSPA+ und LTE versorgt sein. Dafür werden dann neben den 21 GSM-Basisstationen im Netz noch einmal so viele UMTS/LTE-Basisstationen installiert, dazu kommen 630 Antennen und 560 Repeater. Das sollte reichen, um auch volle Züge zu versorgen.

Die Lage

Im Moment sind jeweils sechs Basisstationen für UMTS (Node-B) und LTE (eNode-B) im Einsatz. Sie versorgen die Streckenabschnitte auf der U1 zwischen Nollendorfplatz und Uhlandstraße. Auf der U8 steht die Versorgung zwischen Hermannstraße und Kottbusser Tor. Die U9 erlaubt schnelles Surfen zwischen Turmstraße und Rathaus Steglitz.
Auf der U7 gibt es zwischen Berliner Straße und Yorckstraße und sowie zwischen Gneisenaustraße und Hermannplatz schnelles Internet.

In Kürze wird hier auch die Lücke zwischen Yorckstraße und Gneisenaustraße geschlossen. Auch auf der U6 wird es dann flotten Netzzugang zwischen Oranienburger Tor und Alt Mariendorf geben.

Fazit

Wenn es dem Steuerzahler nichts kostet, ist es egal wer der Netzbetreiber ist –  Hauptsache gut für Berlin. Letztendlich interessieren die technischen Einzelheiten Niemand. Wichtig ist, dass es funktioniert!

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schnelles-Internet-im-Berliner-Untergrund-2281978.html

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Technik

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