Wir sind die Guten

Anfang September veröffentlichen Mathias Bröckers und Paul Schreyer ihr Buch:  „Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren“. Darin wird untersucht, warum uns der Bürgerkrieg in der Ukraine etwas angeht und wie die Medien funktionieren, wenn sie parteiisch sind. Lügen spielten schon immer bei der Kriegspropaganda eine entscheidende Rolle. Vor Beginn des 1. und 2. Weltkrieges, bei den Irakkriegen und auch Heute.

Am Beispiel des Ersten Weltkrieges untersuchte Lord Arthur Ponsonby (1871–1946), ein britischen Politiker und Friedensaktivist, die Strukturgesetze der Kriegspropaganda und kam zu dem Ergebnis, dass das erste Opfer des Krieges die Wahrheit ist. In seinem 1928 veröffentlichten Buch „Falsehood in Wartime“ („Lüge in Kriegszeiten“) hat er die Strukturelemente dieser Lügen und Fälschungen beschrieben. Die Behauptungen lauten in der Regel:

  • Wir wollen den Krieg nicht.
  • Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.
  • Der Führer des Gegners ist ein Teufel.
  • Wir kämpfen für eine gute Sache.
  • Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
  • Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.
  • Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
  • Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
  • Unsere Mission ist heilig.
  • Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

Wer mag, kann diese Schablone auf den asymmetrischen Krieg in der Ukraine legen oder auf andere militärische Auseinandersetzungen der Gegenwart.

„Wir schenken heute Lügenmärchen genauso Glauben wie die Generationen vor uns.“ Das Märchen von kuwaitischen Babys, die von irakischen Soldaten aus ihren Brutkästen gerissen wurden, steht auf der gleichen Ebene wie das Bild des angeblich verrohten pro-russischen Söldners, der einen Teddy triumphierend in die Luft hält, während er in Wahrheit tief berührt seine Mütze abnimmt und sich bekreuzigt. (Youtube-Video).

Bröckers und Schreyer schauen hinter die Kulissen und analysieren neben der Rolle der Medien auch den historischen Hintergrund des Ukraine-Konflikts, sowie die Rolle der Geopolitik. Sie fragen nach den realen Akteuren und den Interessen, die sie verfolgen.

Siehe auch: http://www.heise.de/tp/artikel/42/42386/1.html und Jens Berger: http://www.nachdenkseiten.de/?p=22574#more-22574 sowie Tomasz Konicz: http://www.heise.de/tp/artikel/42/42409/1.html

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Buchtipp

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