Von Gauchos und Mikrowellen

Wir wissen nicht, was Die Hausgemeinschaft Nr. 2 der Deutschen Fußball Nationalmannschaft veranlasst hat, am Brandenburger Tor den bekannten Entengang-Schmähgesang gegenüber den Argentiniern anzustimmen. Betrachten wir es mal als Liedgut der Fußballfankultur am eher unteren Rand der Geschmacksskala und halten den Ball flach.

Dabei sind die Performancekünstler nicht einmal richtig informiert gewesen. Die Gauchos sind gewöhnlich sehr stolze, wenn auch arme Menschen mit aufrechtem Gang, wenn sie denn gehen. Meistens sind sie bekanntlich auf ihren Pferden anzutreffen. Das unterscheidet sie von unseren, dicke schwarze Mercedes fahrenden deutschen Nationalspielern.

Überhaupt das Brandenburger Tor – ein Ort der Symbolik und der Macht. Gleich nebenan Banken und die „Zentrale“. Ist eigentlich der Resident immer noch zu Hause oder schon abgereist? Aber was spielt das schon für eine Rolle.

Bemerkenswert ist doch eher, dass jetzt die Sicherheitsverantwortlichen des Deutschen Bundestages den diversen Ausschussmitgliedern empfohlen haben, vor den Sitzungen ihre Handys abzugeben oder am besten in Mikrowellen zu deponieren. Aber was passiert, wenn ein Unbefugter diese einschaltet. Schade um die schönen Handys und um die Mikrowelle. Haben die im Bundestag überhaupt so viele davon?

Und was sollen wir jetzt machen, wenn wir sensible Gespräche führen? Auch unsere Mikrowelle im Kieztreff  kann von Unbefugten oder versehentlich benutzt werden. Sollen wir jetzt einen Zettel anbringen mit dem Text „Vorsicht Handys in der Mikrowelle“ und wie überhaupt können wir dann noch telefonieren?

Was macht jetzt die Masse der Handybenutzer auf der Straße? Sollen die zukünftig kleine ultraleichte Mikrowellen mit sich führen, damit ihr Handy kein Bewegungsprofil oder Schlimmeres erstellt. Aber die müssten ja auch mit Batterien betrieben werden, die manipuliert werden könnten. Ein Teufelskreis. Wo fängt er an und wo hört er auf? Fragen über Fragen.

Willkommen im Alltag!

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Kolumne

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