Gleimoase soll bleiben

Gleich neben dem Gleimkiez, durch den Gleimtunnel hindurch, liegt auf der Weddinger Seite die Gleimoase. Sie ist, wenn man so will, ein Relikt der Teilung Berlins. Seit Jahren wird sie liebevoll von den Anwohnern gepflegt. Jetzt droht ihr der Abriss durch die Groth Gruppe. Ausgerechnet zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Was für ein Frevel!

Die Gleimoase hat Paten. Beispielsweise Dunja Berndt und Holger Eckert. Sie kümmern sich seit 2010 um die smarte Verkehrsinsel vor dem Gleimtunnel. Gerade haben die beiden eine neue Ausstellung auf dem vielleicht kleinsten Park der Stadt eröffnet und ein Hochbeet anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Mauerfall“ mit roten und weißen Nelken bepflanzt und Unterschriften für den Erhalt des kleinen Stadtgartens gesammelt. Während Holger mehr als 20 Stunden in die gärtnerische Gestaltung steckt, kümmert sich Dunja um den Schreibkram, um Aktionen und die Facebook-Seite. Das sind dann noch ein paar Wochenstunden mehr.

Insbesondere das bevorstehende Jubiläum zum Mauerfall lässt sie hoffen. Denn für sie ist klar: die Gleim-Oase gehört zum Mauergedenken dazu. Daher haben sie eines der Hochbeete gerade mit 150 roten und weißen Nelken bepflanzt, die sich in der Beetmitte ganz symbolisch vereinigen. 400 Euro hat das die beiden Paten gekostet. Wenn im Herbst der Mauerverlauf illuminiert wird, soll die Gleim-Oase dabei sein – mit selbst gebastelten Lampions. Und im Herbst soll auch der Film über die Geschichte der Oase fertig sein.

Eine Förderung bekommen Dunja und Holger für ihr Engagement nicht. Doch es gibt viel Zuspruch von den Nachbarn, die das Treiben auf der Verkehrsinsel vom Balkon aus beobachten. Im vergangenen Jahr haben die beiden zudem den Umweltpreis Mitte verliehen bekommen. Ihren größten Wunsch haben sie an den Wunschbaum gehängt. Auf einem kleinen roten Herz steht: Gleim-Oase soll bleiben!

Die Groth-Gruppe will zu ihrem neuen Baugebiet ihre Zuwegung über einen Kreisverkehr vor dem Gleimtunnel realisieren. Da muss die Gleimoase weg und mit ihr die meterlange Widerlagerwand aus Backstein des Gleimtunnels. Noch haben sie kein Baurecht, aber einen Vertrag, der bei Nichterfüllung dem Land Berlin erhebliche Kosten überhilft. Dann stehen auch wieder die südlichen Flächen des Mauerparks zur Disposition.

Die Allianz 100% Mauerpark veranstaltet am 13.07. 2014 einen Kiezspaziergang. Treffpunkt ist die Gleimoase um 15 Uhr.

Text und Foto unter Verwendung eines Artikels von Dominique Hensel
Ganzer Artikel unter : https://weddingweiser.wordpress.com/2014/06/06/mit-ganzer-kraft-fur-den-kleinsten-park-berlins/#more-9589

siehe auch: http://www.gleimviertel.de/archives/19435

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Nebenan

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