Zur Aussperrung der Anwohner und Kinder im Gleimkiez – 2.Teil

Im Märchen Pinocchio wächst dem Holzmännchen eine lange Nase, wenn es schwindelt. Wir glauben nicht, dass solches der Schulleiterin am Falkplatz passieren könnte und würden ihr es auch nicht wünschen. Denn sie lügt ja nicht sondern übertreibt und unterstellt nur. Wir streben alle nach Wahrheit und erziehen unsere Kinder dazu, nicht zu lügen. Warum müssen dann Behauptungen in die Welt gesetzt werden, die so nicht stimmen?

Der Unterschied zwischen Behauptungen, Halbwahrheiten und Unterstellungen und einer Lüge ist die Absicht und das Interesse. Gelogen wird vor allem, um uns Ärger zu ersparen, uns das Leben bequemer zu machen, um geliebt zu werden und aus Faulheit.

Im Falle der Aussperrung der Kinder und Bewohner von dem Spiel- und Sportplatzgelände, das nicht zum eigentlichen Schulhof der Schule am Falkplatz gehört, trifft das Vorgesagte natürlich nicht zu. Man handelt selbstverständlich nicht im Eigeninteresse sondern aus altruistischen Motiven und zu Wohle der Schüler.

Trotzdem sollte man seine Worte wägen, um sich nicht unglaubwürdig zu machen. Die Begründung:

Unsere Schule ist die größte Grundschule in Berlin, mit über 700 Schülern. Teilweise war kein normaler Schul- bzw. Hortbetrieb möglich, weil unsere Schüler nicht mehr die genannten Orte bespielen können, weil diese von manchmal hunderten Eltern, die nicht unserer Schule zugehörig sind, bevölkert wurden. Eine vorgeschriebene Aufsichtspflicht kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Unsere Mülleimer der Schule quellen mit schmutzigen Windeln und leeren Bierflaschen über. Teilweise hatten sich schulfremde Bewohner unseren Einlasspin „besorgt“ und besuchten unsere Schultoiletten. Auch vermerkten wir nach Wochenenden einen verschmutzten Hof durch „Partys“ vom Kieztreff, dort wurde gegrillt, Zigarettenkippen lagen überall und unsere Alarmanlage wurde wiederholt ausgelöst.“

… ist angesichts der realen Lage lächerlich. Da wir 2 Jahre vor Ort waren und täglich mehrmals aus dem Fenster auf den Schulhof geschaut haben und persönlichen Kontakt zu zwei Hausmeistern hatten, können wir mit Fug und Recht folgendes feststellen:

  • Die Behauptung der Schulleitung, dass während des Schulunterrichtes das Gelände teilweise von hunderten Eltern belagert wurde ist unwahr.
  • Die Behauptung, dass der Sportunterricht von Eltern oder Fremden gestört wurde ist unwahr.
  • Die beklagte Vermüllung des Geländes ist unwahr, soweit sie sich auf die Fläche außerhalb des Schulhofes bezieht.
  • Die Verächtlichmachung des Kieztreffs des Bürgervereins als Partyzone ist ein Skandal.

Im Gegensatz dazu haben wir folgendes beobachten:

  • Der Sportunterricht, der in der Regel am Vormittag ablief, geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
  • Zwischen 14 und 15 Uhr haben die Eltern wegen des Ausschlusses von der Schule ihre Kinder auf oder vor dem Schulhof abgeholt. Das waren nie mehr als höchstens 5 bis 12 Eltern gleichzeitig.
  • Ab 15 Uhr und an den Wochenenden spielten einzelne Kinder und Gruppen, nie mehr als ein Dutzend auf dem Gelände.

Weil alles an den Haaren herbeigezogen ist, versucht man sich auf das Aussage gegen Aussage Schema zu berufen, dem offenbar auch die zuständige Stadträtin und ein Online-Magazin erlegen sind. Wir wollen ihr daraus keinen Vorwurf machen, denn die Schule am Falkplatz ist nur eine von 55 Schulen und Ärger gab es auch in den Anderen genug.

Im alten Rom soll der Bocca della verita, der Mund der Wahrheit im Mittelalter dazu gedient haben, Lügner zu enttarnen. Die riesige Steinmaske steht in der Kirche Santa Maria in Cosmedin. Wir haben seinerzeit guten Gewissens unsere Hand reingesteckt und besitzen sie noch immer.

Vergleicht man die Skulptur mit den originellen Plastiken auf dem Schulgelände, könnten wir uns gut vorstellen, eine Replik hier installiert zu wissen. Die SchülerInnen hätten bestimmt viel Spaß daran.

Hartmut Dold

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Lügen haben kurze Beine

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