22. Juni – Beginn des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion

Heute am 22. Juni 2014 gedenken viele Menschen, besonders in Russland, den Tag, an dem das faschistische Deutschland die Sowjetunion 1941 überfallen hat. Millionen Tote waren die Folge. Im Gegensatz zur Berichterstattung über den Bürgerkrieg in der Ukraine, ist dieses Datum den Medien keine Zeile wert.

Das sollte es aber, denn der als Eroberungs- und Vernichtungskrieg geplante Überfall, sollte vor allem der Rohstoffbeschaffung und der Verfügbarmachung eines Heers von billigen Arbeitssklaven dienen. Dabei spielte die zügige Besetzung der Schwarzerden der Ukraine eine Schlüsselrolle, um das Trauma der Hungerkatastrophe in Deutschland am Ende des Ersten Weltkrieges vergessen zu machen. Deshalb sind Assoziationen, jedenfalls in den Köpfen der noch lebenden Betroffenen oder Beteiligten, nicht ausgeschlossen und berechtigt.

Als der Vormarsch der Deutschen Wehrmacht im Morgengrauen des 22. Juni 1941 begann, war die Sowjetunion vorgewarnt. Der deutsche Kommunist Richard Sorge hatte den Angriffstermin und den Plan Barbarossa von Japan aus Stalin mitgeteilt. Stalin glaubte nicht daran, hatte er doch noch im Februar ein Abkommen über umfangreiche Rohstoff und Getreide Lieferungen mit der deutschen Seite schließen lassen.

Der Barbarossaplan hatte mehrere Webfehler:
  1. Er war rassistisch motiviert und ging von der genetischen Unterlegenheit der Sowjetvölker aus.
  2. Er missachtete die klimatischen und territorialen Gegebenheiten, wie andere Eroberer zuvor. (Napoleon, Karl der 12.von Schweden)
  3. Er unterschätze die Ressourcen des Gegners und den Stand seiner Industrialisierung und Waffentechnik.
  4. Er war strategisch auf einen Blitzkrieg ausgelegt, ohne einen Plan B zu haben und er war taktisch nicht auf der Höhe der Kriegskunst. (Clausewitz: 1 Ziel, und das mit aller Macht!)

Das General Paulus als einer der Chefplaner von Barbarossa im Generalstab später vor Stalingrad den Untergang seiner 300.000 Mann starken 6.Armee erleben musste, könnte ein Treppenwitz der Geschichte sein, wenn es nicht soviel Opfer und Leid gebracht hätte. Ihn hat es in den Rang eines Generalfeldmarschalls erhoben, der von Hitler als Selbstmordauftrag gedacht war. Da hat er drauf gepfiffen und ist in sowjetische Gefangenschaft gegangen. Später hat er an der Generalstabsakademie in Dresden unterrichtet.

Bekanntlich kam die Wehrmacht an allen drei Fronten Ende 1941 zum Stehen. Im Norden hat sie Leningrad nicht erobern können und hat es auszuhungern versucht. ( ca. 1,1 Mio. Tote unter der Zivilbevölkerung). In der Mitte stand sie vor Moskau und wurde im Winterfeldzug von Marschall Shukow zurückgeschlagen. Die Sommeroffensive 1942 führte bis Stalingrad und in den Kaukasus. Mit der Kapitulation der 6. Armee Ende Januar 1943 waren die Eroberungsträume begraben.

Anmerkung

Eine Mitstreiterin von Richard Sorge, seine Funkerin in China, Deckname „Sonja“ , haben wir in den 80-er Jahren in unserem Ferienheim in Carwitz/Feldberg gut kennengelernt. Uns war sie als Schriftstellerin Ruth Werner bekannt. Ihre Autobiografie „Sonjas Report“ haben wir mit Interesse gelesen. Später haben wir erfahren, dass sie Oberst der GRU, der sowjetischen Aufklärung war.

Über ihr facettenreiches und eindrucksvolles Leben als Kommunistin hat sie uns einiges erzählt. Darüber, dass sie einer der Führungsoffiziere der Atomspione in den USA war, natürlich nicht. Persönlich haben wir sie als warmherzige, geradlinige und den Zielen eines humanen Sozialismus zugeneigte Großmutter erlebt. Ein idealistischer Charakter, wie es ihn heute nicht mehr allzu Viele gibt.

Hartmut Dold

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Unternehmen „Barbarossa“

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