Eine Schule schottet sich ab

Unser BV Gleimviertel hat sein Büro und den Kieztreff zwischen zwei Gebäudekomplexen der Schule am Falkplatz. Die ist mit 700 Schülern die größte Grundschule in Pankow. Bisher hatten wir ein gutes Miteinander. Wenn wir aus dem Fenster sehen, schauen wir über den Schulhof und den Spiel-und Sportplatz bis hinüber zur Sonnenburger Straße, eingerahmt vom massiven Klinkerbau des Humboldt-Umspannwerkes. Seit Mai ist der Zugang versperrt. Die Schlösser wurden ausgewechselt. Was ist passiert?

Jahrelang sind Bürgerverein und Schule respektvoll miteinander umgegangen. Der Förderverein Schule nutzt öfter die Infrastruktur des Kieztreffs für die Projektaktionen der Schule, man kennt und schätzt sich.

Die Lage

Die jetzt den Eltern und Kindern außerhalb der Schulzeiten verschlossenen Anlagen wurden bis 2006 aus öffentlichen Fördermitteln bezahlt. Deshalb gab es die Auflage sie für die Bürger frei zu halten, um sie auch nach Schulschluss nutzen zu können. Teilweise wurden die Mittel in Bürgerjurys diskutiert und bewilligt, so z.B. die Finanzierung des Spielplatzes am „Hort“. In der Antragstellung und in öffentlichen Debatten wurde stets die öffentliche Nutzung in den Vordergrund gestellt. Einige der Sportgeräte wurden von Vereinen gestiftet, so z.B. die steinerne Tischtennisplatte vor dem Fußballplatz vom Bürgerverein Gleimviertel. Die einseitigen Beschränkungen konterkarieren nachträglich die Finanzierung.

Gegenargumente

Hier muss man als Bürgerverein stark sein um nicht zu hyperventilieren, denn wir sind auch von der einen oder anderen unberechtigten Attacke betroffen worden.

Gewiss ist die Funktion einer Schulleiterin an einer der größten Grundschulen Berlins nicht einfach. Das hat man mit anderen Berufstätigen, die in der Verantwortung stehen aber gemein. Man muss auch zu Gute halten, dass die Schulleitung spätestens seit dem Sicherheitskonzept aus 2013 wegen sexueller Belästigung von Schülerinnen auf einer Schülertoilette angespannt war.

In Folge wurden Eltern, die ihre Kinder aus dem Schulgebäude abholen wollten ausgesperrt. Einen Herbst, Winter und winterlichen Frühling haben wir Kinder auf dem Schulhof beobachten können, die bei Regen und Schnee auf ihre Eltern gewartet haben. Sie taten uns leid!

Wenn jetzt die Schulleiterin in einer Stellungnahme behauptet, dass teilweise kein normaler Schul- bzw. Hortbetrieb möglich war, weil unsere Schüler nicht mehr die genannten Orte bespielen können, weil diese von manchmal hunderten Eltern, die nicht unserer Schule zugehörig sind, bevölkert wurden, ist das einfach nur ohne Worte.

Wir konnten zwei Jahre täglich aus unserem Fenster die Situation beobachten. Bis auf 5 bis 10 Eltern, die ihre Kinder abholten, haben wir keine Auffälligkeiten bemerkt.

Schulleiterin vs. Kieztreff

Immer gern als Argument gebracht, ist die Falschbehauptung der Schulleiterin gegenüber dem Kieztreff des Bürgervereins, dort würden nur Partys stattfinden und Alarme ausgelöst. „Auch vermerkten wir nach Wochenenden einen verschmutzten Hof durch „Partys“ vom Kieztreff, dort wurde gegrillt, Zigarettenkippen lagen überall und unsere Alarmanlage wurde wiederholt ausgelöst.“

In den zwei Jahren, die wir überblicken, gab es keinen nachweisbaren Fehlalarm, der von den Nutzern des Kieztreffs ausging. Die wurden schriftlich und müdlich vorher belehrt. Eine Vorort Besichtigung mit der Schulleiterin blieb ergebnislos. Allerdings mussten wir während der Schulzeit mehrfach das Büro verlassen, weil über Stunden die Alarmsirenen schrillten. Eine Sicherheitsfirma wurde nicht gesichtet, die Alarmanlage war falsch eingestellt, allgemeine Ratlosigkeit.

Fazit

Letztendlich ist das nur eine ärgerliche Marginalie, die wir nur anführen, weil sie aus der Stellungnahme der Schulleiterin gegenüber der zuständigen Stadträtin zum Sachverhalt stammt. Vielleicht drückt sie auch die allgemeine Einstellung der Schulleitung gegenüber seinem Kiez aus.

Das aber wäre schade und nicht im Sinne von § 5 des Berliner Schulgesetzes. Das fordert im übertragenden Sinne die Schule am Falkplatz auf, sich als Teil des Gleimviertels zu verstehen und dies durch Kooperationen und nachbarschaftliches Zusammenwirken auszudrücken.

Unsere Grundforderung bleibt deshalb unverändert: Wir fordern eine Rücknahme des Zugangsverbots und die Wiederherstellung des von allen jahrelang akzeptierten Status Quo.

Siehe auch: einwohneranfrage in sachen sport- und spielplatz an der falkschule, 20.06.2014 (pdf 79 kB)

Hartmut Dold

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Zugangsverbot für Anwohner

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