Lust auf mehr

Wenn man den Vierten der Weltrangliste bei einer Weltmeisterschaft mit 4:0 besiegt hat, muss man alles richtig gemacht haben. Die Aufstellung, die nicht unumstritten war, und die Taktik stimmten. Dabei kam den Deutschen der frühe Elfmeter in der 12. Minute zu Gute. Aus unserer Sicht war er berechtigt. Die Portugiesen werden das sicher anders sehen.

Salvador de Bahia

Als die Portugiesen 1549 Salvador de Bahia offiziell gründeten, konnten sie von der historischen Niederlage am 16. Juni 2014 noch nichts wissen. Allerdings hatten sie bereits 1536 ein traumatisches Erlebnis. Die Region wurde einem gewissen Francisco Pereira Countinho zugesprochen. Der hat sich aber in Unkenntnis der Lage mit den heimischen Indios überworfen, in dem er sie drangsalierte. Die haben ihn dafür 1547 getötet und anschließend verspeist.

So schlimm erging es der portugiesischen Nationalmannschaft dann doch nicht. Es sind ja auch andere Zeiten. Was aber „Pepe“ zu der Kopfnuss nach Ellbogenschlag gegenüber Müller veranlasst hat, bleibt sein Geheimnis. Die Partie war danach entschieden. Das 4:0 eine Formsache.

Etwa 10.000 Deutsche sollen laut Medienberichten im Stadion von Salvador de Bahia die Deutsche Nationalmannschaft angefeuert haben. Hoffentlich haben sie etwas von dem Flair und der Morbidität der 3 Millionen Stadt mitbekommen. Nirgendwo ist Brasilien afrikanischer und authentischer.

Wir waren bereits im vergangenen Jahr dort und konnten uns unser eigenes Bild machen. Fährt man mit dem Fahrstuhl von der Unter in die Oberstadt erwartet einem ein ca. 3 Km langer Fußweg durch bunt angestrichene Häuser zum Marktplatz und zu den prächtigen Kirchen mit teilweise unglaublichen Prunk. Viel Gold und die typischen glasierten blauen portugiesischen Kacheln.

Abseits der Touristenwege standen Polizeifahrzeuge. Die gut bewaffneten und ledergepolsterten Polizisten wiesen freundlich auf die „No Go Areas“ hin. Die Polizeipräsenz wird sich zu Fußball WM 2014 bestimmt nicht verringert haben. Wichtig ist, sich mit den salvadorianischen Mamas ins Benehmen zu setzen. Das richtige Trinkgeld an der einen oder anderen Stelle kann vor Überfällen schützen. Da ist Salvador de Bahia die Nr.1 in Brasilien.

Hartmut Dold

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Fußball WM: Deutschland – Portugal 4:0

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