Was plant der Senat?

Am 3. Februar 1945 hat eine amerikanische Luftmine im Rahmen der „Operation Donnerschlag“ die von Grenander 1912 erbaute Schönfließer Brücke im Gleimviertel schwer beschädigt. Sie wurde später abgerissen, seitlich versetzt und 1963/64 als Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer neu erbaut. Jetzt gibt es neue Pläne für einen Durchgangsverkehr von SenStadtUm.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt plant offenbar eine Erneuerung der Fußgängerbrücke über den Bahngraben der S-Bahn von der Sonnenburger zu Schönfließer Straße als Straßenbrücke und startet dazu eine Vorabanfrage an Pankow.

Als Begründung wird der marode Zustand der Schönfließer Brücke angeführt. „Der Stahlüberbau und die Stahlstützen weisen starke Korrosionsschäden auf die die Tragfähigkeit und Standsicherheit der Brücke gefährden… Die bestehende Fußgängerbrücke weist im Ergebnis der letzten Bauwerksprüfungen wesentliche Schäden auf, die Dauerhaftigkeit des Bauwerkes beeinträchtigen.“ Eine neue Straßenbrücke  würde die naheliegende Schönhauser Allee dauerhaft entlasten und erhebliche Abhilfe als Verkehrsumleitstrecke bei der geplanten Baumaßnahme Schönhauser Allee Brücke schaffen.

Damit würde der Umleitverkehr komplett durchs Gleimviertel gelenkt werden, denn Baumaßnahmen finden fast im monatlichen Rhythmus auf der Schönhauser statt. Dauerstau auf der Sonnenburger/Ecke Kopenhagener oder an der Gleimstraße?

Merkwürdig finden wir, dass die letzte Hauptprüfung nach DIN 1076 erst Anfang 2011 stattfand. Das Bauwerk wurde mit der Zustandsnote 2,4 bewertet, was mittelfristig zu Sanierungsarbeiten führen müsste. Heißt mittelfristig bei einem 60 Jahre alten Bauwerk 3 Jahre?

Jedenfalls bittet SenStadtUm das Tiefbauamt Pankow um eine Stellungnahme. Ihr eigener Fachbereich VII B hat sich gegen eine Straßenbrücke mit Durchgangsverkehr ausgesprochen.

Was macht Pankow? Werden die eventuell betroffenen Bürger auch befragt?

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Schönfließer Brücke

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