Im Sommer scheint die Sonne wärmer

Seit Mitte März ist das Haus Kopenhagener Straße 46 komplett durch Plastikplanen eingehüllt. Normalerweise kündigt das aufwendige Fassadenarbeiten an. Die Mieter und Passanten sollen durch die Planen vor Staub und Abriss geschützt werden. Aber wann findet die Fassadenerneuerung statt? Oder soll den Mietern mit steigenden Temperaturen eingeheizt werden, ähnlich den Tomaten in Südspanien? Sollen sie veranlasst werden, eine Mietminderung anzuzeigen, um sie dann raus klagen zu können? Gleiches Vorgehen kennt man von anderen „Baustellen“.

Die Bewohner von Kop 46 sind irritiert. Nicht nur, weil das Licht nur gefiltert durch die Plastikplanen dringt, sondern weil nach diversen Medienauftritten scheinbar eine Verschnaufpause jenseits der Anwaltsdrohungen und Gerichtsterminen eingetreten ist. Wir zitieren von vom Blog der Kopenhagener 46.

„Für meinen Geschmack ist das hier viel zu ruhig. Ich rechne in naher Zukunft mit einem innovativen Angriff der Christmann Unternehmensgruppe und ihrer Anwälte. Sämtliche Akteure der Stadtentwicklung werden vor neue Probleme gestellt werden, denen sie sich dann wohl auch irgendwie werden stellen müssen. Für die BewohnerInnen des Jahnke-Hauses bedeutet es eben Stress, Stress, Stress, auf den man sich irgendwie vorbereitet, indem man sich unter anderem und irgendwie auf die dollsten aller gehörten Geschichten der anderen Hausgemeinschaften gefasst macht. …Übrigens: nach dem Auftritt einiger VertreterInnen der Hausgemeinschaft bei Günther Jauch wurden Kommentare gepostet, die uns bezichtigten “mit 5 Euro Miete pro qm jahrelang den Reibach gemacht zu haben ” und dass “sone Leute wie wir mal zu spüren bekommen sollten was ein vernünftiger Mietzins ist“.

Sozialneid kennt leider keine Grenzen von Moral und Anstand. Leider wird das durch einschlägige Medien und Sendungen immer wieder befördert und es scheint zu funktionieren. Die Frage ist Cui bono?

Wir drücken weiter die Daumen. So einfach kann doch nicht zur Tagesordnung übergegangen werden, oder?

Vielleicht hilft es zu wissen, dass im Falle Gleimsraße 52 sich ein Mieter vor Gericht durchgesetzt hat und das Konto der Betreiber GmbH&Co KG pfänden ließ.
Interessant auch, dass die Vermieterseite in einem Vergleichsangebot ultimativ forderte, den Blog Gleimstraße 52 vom Netz zu nehmen, weil sie sich verunglimpft fühlte. Darüber zeigte sich nicht nur der Richter mehr als verwundert.

Hartmut Dold

Please follow and like us:
Unter der Plastikplane

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.