Bürgerbeteiligung als Dienstleistung?

Wärend wir noch unsere Plakate malen, Pappschilder hochhalten und T-Shirts drucken ist die Gegenseite schon wesentlich weiter. Sie plant professionell die Vereinnahmung von Bürgerinitiativen und beginnt mit der Vermarktung dieser neuen Dienstleistung. Ganz neu ist das für die Mauerparkinitiativen nicht. Wir denken da an Seehofer und Voßkamp und an unseren Freund H.Thomsen von der Immo AG.

Der ist gerade von der CA Immo in die Groth-Gruppe gewechselt. Was für eine Überraschung. Er gehört auch neben diversen Rechtsanwälten zu den Rednern der Veranstaltung „Zivile Stadtgesellschaft – Beteiligung und bezahlbarer Wohnraum“,  organisiert von der BullwienGesa AG und ihrer Tochtergesellschaft Zivilarena mit Sitz im gleichen Haus, Wallstraße 61.

Die hat sich zum Ziel gemacht, Bürgerbeteiligung als Dienstleistung zu verkaufen, also das, was STERN, GRÜN Berlin und Stattbau in kleinerem Rahmen schon tun. Auf ihrer Webseite heißt es deshalb auch konsequent:

„Einfach die Bürger fragen, was sie wollen, dann wird alles besser: So einfach ist das nicht, denn die bisherigen Planungsverfahren für Bauprojekte und die dafür verantwortlichen kommunalen Stellen sind darauf nicht eingerichtet. Bürgerbeteiligung braucht Zeit, Fachpersonal und muss finanziert werden. Richtig eingesetzt, können diese Investitionen allerdings neue Perspektiven eröffnen.“

Die Frage ist nur: Für wen?

Irgendwie stört uns der Begriff Zivilarena. Wir haben da Assoziationen und denken an das Colloseum in Rom oder an die Trilogie „Die Tibute von Panem“, wo in einer Arena die jährlichen Hungerspiele stattfinden. Das ist zugegebenermaße sehr weit hergeholt.

Hartmut Dold

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Von Bürgerinitiativen zur Zivilarena

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