Mitte März im Mauerpark

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“, jeder kennt Goethes Osterspaziergang. Nur das in diesem Jahr kein Eis entfernt werden musste und der Schnee erst in Mittelschweden begann. Im vergangenen Jahr war es komplett anders. Die Ostereier mussten tiefgekühlt aus dem Schnee geholt werden. Dabei ist es dieses Jahr erst Mitte März und Ostern noch 4 Wochen hin.

Das schöne Wetter mit Temperaturen in der Sonne um 20 Grad hat uns veranlasst, im Mauerpark nach dem Rechten zu schauen.

Was ist uns aufgefallen?

Am Sonntag natürlich die zahlreichen und teilweise witzigen Plakate des Bündnisses Mauerpark-Allianz.

Im Bereich des neuen Teils des Mauerparks, südlich des Geimtunnels ist der Baum- und Gehölz-Bestand  stark ausgedünnt worden. Wir waren erschrocken, hatten aber vielleicht noch die Situation im Frühsommer 2013 im Gedächtnis, als diese Fläche, unter Vorbehalt, freigegeben wurde. Es wirkt alles wie ein Provisorium und einige Bäume aus der Landnahme-Aktion fehlen. Der Fuchs vom Mauerpark lebt wahrscheinlich nicht mehr oder er hat sich, was wir hoffen, ein neues Domizil gesucht.

In Richtung Flohmarkt ist ein Basketballfeld entstanden, ansonsten wirkt alles sehr asphaltiert. Immerhin waren zwei MauergärtnerInnen zu Gange. Zahlreiche Hochbeete stehen noch und einige wurden jetzt bepflanzt und gewässert. Weniger schön ist, dass ein großer Wassertank von Vandalen durchstochen wurde.

Wir trafen eine ältere Dame an, die den Abriss des ehemaligen Seniorenheims auf der Weddinger Seite durch schweres Gerät auf ihren Skizzenblock bannte. Mit ihr hatten wir ein interessantes Gespräch über eine soziale Stadt, über Baufilz in Westberlin usw. Sie will jetzt zu der öffentlichen Auslegung des abgetrennten B-Plans Stellung nehmen.

Weiter zur inzwischen beräumten Fläche nördlich des Gleimtunnels

Das große Gerüstbauunternehmen „Quadriga“, dass auf Grund der um 5 Meter höheren Fläche des ehemaligen Bahngebiets immer noch die Skyline beherrscht, steht noch voll im Saft und reger LKW-Verkehr herrscht vor. Der Rest ist Bauschutt und die Ärmsten der Armen versuchen aus der Brachen noch verwertbare Metalle rauszuholen.

Zurück zum Gleimtunel

Dort wehte uns an der Gleimoase dermaßen massiver Betonstaub von den Abrissbaggern entgegen, dass wir panikartig die Flucht ergriffen haben. Die entgegenkommenden Autos hatten teilweise ihr Licht eingeschaltet. Wie das die Bewohner der Gleimstrasse 76 aushalten ist uns schleierhaft. Und war da nicht mal was mit Asbeststaub?

Der Mauerpark war auf Grund des milden Wetters selbst am Montag gut besucht. Es gab wie immer viel Müll vom Wochenende, ein bisschen Musik, erste Griller und 8 bis 10 Sprayer, die leider durch ihre Tags einige „Kunstwerke“ an der Hinterlandmauer einfach über sprühten. Jetzt sieht es da eher öde aus.

Hartmut Dold

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Osterspaziergang vor Ostern

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