Ein vorläufiges Fazit

Haus saniert, Altmieter verdrängt, Vereinbarung zwischen Bezirksamt und Eigentümer zu Ungunsten der Mieter gescheitert. Das ist das Fazit der Luxussanierung des Hauses in der Gleimstraße 52. Wäre nicht da noch eine Mietpartei die auf Rückzug pocht. Die hat sich ihr Recht gerichtlich bestätigen lassen, aber ihre Wohnung existiert nicht mehr. Sie wurde mit einer anderen Wohnung zusammengelegt, trotz Rückkehrgarantie.

Das hat das Bezirksamt Pankow auf eine Anfrage des Abgeordneten Nelken/LINKE auch bestätigt. Es bejahte das vertragswidrige Verhalten des Vermieters, sei aber nicht in der Lage einzuschreiten, weil der Eigentümer die Wohnung als Rohbau inzwischen verkauft hat und der neue Eigentümer telefonisch nicht erreichbar ist.

Ein neuer juristischer Kniff oder nur Dreistigkeit? Das Urteil des Amtsgerichts ist eindeutig. Dort ist der zuständige Eigentümer und der Verantwortliche auch klar benannt.

Aber das scheint keinen mehr zu interessieren. Genau sowenig, wie die sukzessiven Nachgenehmigungen durch den Fachbereich Bau- und Wohnungsaufsicht des BA Pankow für die Zusammenlegungen von Wohnungen. Zuletzt die vom 29.10.2013 für die Wohnungen vom Erd- bis zum 3.Obergeschoss des Quergebäudes.

Dabei hätte Pankow die Grundrissänderungen, oder den Einbau eines zweiten Bades verhindern können, wenn es denn wollte und wie es eigentlich beschlossen war.

Der (ehemalige?) Eigentümer besitzt auch das Grundstück nördlich des Thälmannparks am alten Güterbahnhof Greifswalder. Da könnte man doch auf die Idee kommen…!

Aber wir verhalten uns hier natürlich rechtskonform, oder um es mit Stadtrat Kirchner zu sagen: “Wenn Sie einmal Tempo 30 überschreiten, werden Sie ja auch nicht gleich vom Straßenverkehr ausgeschlossen“. Richtig, aber was ist, wenn sich der Betroffene permanent nicht an die Regeln hält?

Politik und Wirklichkeit, zu wenig Beamte und Zeit, mangelnder Gestaltungswille oder nur Ausdruck der herrschenden Wirtschafts-und Sozialverhältnisse?

Ich glaube es war F.Engels, der geschrieben hatte: Nur der Sozialismus könne die Wohnungsfrage als soziale Frage lösen. Er konnte es nicht, wegen mangelnder Effizienz und ökonomischer Potenz. Während Neubaugebiete hochgezogen wurden, verfielen die Alt-und Innenstädte. Aber der Wille war da, von den Mieten reden wir erst gar nicht.

Jetzt gibt es auch einen starken Willen. Den der Investoren nach Profit. Schöne Häuser für Schöne und Reiche, der doofe Rest (DDR) zieht in die Plattenbauten am Stadtrand. Da haben sie dann ihren Sozialismus. Wäre doch gelacht!

Hartmut Dold

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Gleimstraße 52

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