Eine Wasserstandsmeldung aus 8 Meter Tiefe

Über das geplante Großprojekt unter dem Mauerpark hat unser Mitglied des BV Gleimviertel M.Nelken bereits ausgiebig berichtet. Inzwischen liegt auch die Antwort des Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten St.Lenz, ebenfalls BV Gleimviertel vor. Beiden treibt die Sorge um, dass nicht Millionen leichtfertig verbuddelt und Bürgerinteressen, auch wenn sie partikulärer Natur sind, missachtet werden. Immerhin wird es erhebliche Beeinträchtigungen im Gleimviertel und im Mauerpark geben.

Nicht viel Neues

Wirklich viel Neues gibt es nicht, obwohl diverse Blätter davon berichten. Eigentlich war es nur die Ankündigung von Stadtrat Kirchner, die bislang erfolgten Verabredungen zu brechen. Jetzt sollen die Bauarbeiten nicht nur im Winter erfolgen und entlang der Strecke unter der Schwedter Straße wird es mindestens 4 Einstiege, also auch Gruben, geben. Die beiden Baugruben an der Eberswalder Straße und am Gleimtunnel werden riesen groß. An letzterer wird ein Pumpwerk errichtet. Das Ganze soll ca. 10 Mio. Euro Kosten.

Bürgerbeteiligung?

Über Verteuerungen im Bauablauf haben die BWB noch keine Erkenntnisse, wie aus der Beantwortung der ka17-12791 Lenz hervorgeht. Geht man auf die Beantwortung seiner Frage hinsichtlich einer Bürgerbeteiligung ein, wird es albern. Da wird eine Informationsveranstaltung mit der Bürgerwerkstatt von 2011 aus dem Hut gezaubert und auf den Infoabend vom September 2013 im Colosseum abgestellt. Der Gipfel ist, dass der kritische Beitrag von Michael Nelken auf dieser Webseite als Bürgerbeteiligung vereinnahmt wird. Das zeigt, Senat und BA Pankow können und wollen sich nicht ernsthaft einer Bürgerbeteiligung stellen.

Das Übel

Für Kirchner scheint es die Gelegenheit endlich mit dem „Partyvolk“ im Mauerpark abzurechnen. Wären wir an seiner Stelle, könnten wir ob der Vermüllung und den daraus entstehenden Kosten sogar leichtes Verständnis für ihn aufbringen. Das Argument einer Kosteneinsparung ist insofern vorgeschoben, weil er sowieso die für die BWB günstigste Variante favorisiert.

Bürger als Mitentscheider sind lästig. Sie wollen nur den Gang der Behörden behindern. Da hatten sie es im alten Preußen leichter. Aber wir haben ja auch keinen Kaiser mehr.

Fazit

Alexander Puell von den Freunden des Mauerparks ist zuzustimmen. „Ein besserer Start ins neue Jahr wäre eine offene Diskussion an einem Runden Tisch. Dort sollten alle möglichen Planungsalternativen mit den Betroffenen diskutiert werden und eine tragfähige Alternative gefunden werden, die die Interessen von Anwohnern, Parkbesuchern und Gewerbetreibenden mit den ökologischen Zielen in Übereinklang bringt”.

Dem möchten wir uns anschließen.

Anmerkung

Selbst die Angaben über die Einflüsse des belasteten Wasser nach Starkregen in Berliner Flüsse sind zweifelhaft. Nach unseren Erkenntnissen ist nicht die Spree sondern die Havel Hauptabnehmer der Panke. Welche Gutachten liegen eigentlich vor? Welche Alternativen wurden geprüft? Welche Kosten-Ergebnisrechnungen liegen vor? Ist das Projekt nicht überdimensioniert. Wird, weil das Geld offensichtlich da ist, zwangsläufig gebaut? Haben wir wieder Planwirtschaft?

Hartmut Dold

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Stauraumkanal, Blaumilchkanal oder Goldgrube?

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