Epilog und Nachbetrachtung

In Berlin-Pankow endet das Kapitel des großen deutschen Schriftstellers Hans Fallada, alias Rudolf Wilhelm Ditzen. Am 5.Februar 1947 stirbt er, allein an Herzversagen, so die amtliche Todesursache. Die wahren Gründe liegen wohl in seinen alkoholischen Exessen und seiner Morphinabhängigkeit.

Eine neue Kommentartafel an der ehemaligen Hans-Fallada-Schule, Blankenburgerstr. 21/23, damals Hilfskrankenhaus, und an seinem letzen Wohnhaus, im Eisenmengerweg Nr.19, jetzt Rudolf Ditzen Weg, erinnern an ihn.

Wenn auch der überwiegenden Teil seines literarischen Schaffens im beschaulichen Carwitz bei Feldberg / Mecklenburg entstand und sein Welterfolg „Kleiner Man -was nun?“, in Neunhagen bei Berlin, so sind doch auch wichtige Romane, seiner Zeit in Berlin/Pankow zuzuschreiben.

Sein 1946 entstandenes, auf einer wahren Begebenheit ( Gestapoakten ) beruhendes Werk über die kleinen Leute und ihr Widerstand gegen die Nazidiktatur, erlebt gerade in Großbritannien eine nicht für möglich gehaltene Renaissance. Bereits über eine Viertelmillion verkaufter Exemplare sorgen für einen überraschenden Erfolg. (FAZ 6.10.2010) Noch bemerkenswerter jedoch ist die differenzierte Wahrnehmung des Alltags der Deutschen in der Nazizeit durch die britische Öffentlichkeit.

Fallada und Berlin verbinden seine Schul- und Jugendzeit (1901-1909), die prägenden Ereignisse der Weltwirtschaftskrise und des heraufziehenden Faschismus (1930-1932) und seine letzten Jahre in Pankow (1945-1947).

Wir halten es für nicht ausgeschlossen, dass die eine oder andere Lebenswirklichkeit heute wieder wahr werden könnte oder schon ist. Die soziale Basis für nationales Gedankengut ist gelegt.

Hartmut Dold

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Fallada in Berlin – Epilog

Ein Gedanke zu „Fallada in Berlin – Epilog

  • 1. Januar 2014 um 00:08
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