Eine Weihnachtsgeschichte?

In der Adventszeit kann man schon mal eine Weihnachtsgeschichte erzählen. Die Geschichte und die Mythen um den Erzengel Gabriel sind in allen drei abrahamitischen Religionen bekannt. Er gilt gemeinhin als Erklärer und Verkünder des Wortes Gottes. Offensichtlich ist es immer nötig den Menschen Offenbarungen und Texte zu erklären, damit sie einen Sinneswandel begreifen. Wer jetzt wegen der Gleichheit des Namens und der Ähnlichkeit der Vorgänge an aktuelle politische Zusammenhänge denkt ist selber schuld.

Der Erzengel Gabriel, im arabischen Gibril oder Dschibril wird zum ersten Mal im Alten Testament im Buch Daniel erwähnt, das historischen Bezug auf die Zeit der babylonischen Gefangenschaft und dem Exil der Juden unter Nebukadnezar II im 5. Jh. v. Chr. nimmt. Dort erklärt er dem Seher Daniel seine Visionen von den 4 Reichen und dem Reich Gottes (Dan 8,16, 9 und 21) und tritt als Deuter und Visionär auf.

In der christlichen Überlieferung taucht er im Lukasevangelium auf, das 300 Jahre später auf dem Konzil von Nicäa neben den Evangelien von Markus, Matthäus und Johannes kanonisiert wurde. Ihm kommt es zu, Maria die Botschaft zu bringen, dass Gottes Sohn durch sie Mensch werden solle.

Immer wenn es besonders kompliziert wird etwas zu erklären oder die Zukunft zu deuten, kommt Gabriel ins Spiel. So auch im Islam. Der Überlieferung nach hatte sich Mohammed auf den Hausberg von Mekka, Dachabal an-Nur (Hira), neben einer Höhle zur Meditation zurückgezogen als ihn der Erzengel aufsuchte, um ihm die Suren des Islam als Gottes Wort zu offenbaren. Außerdem soll er Mohammed auf seiner Himmelsreise durch Paradies und Hölle geleitet haben.

Jetzt nimmt wieder ein Gabriel politische Gestalt an. Allerdings haben seine Verlautbarungen und Erklärungen zum Koalitionsvertrag keine ähnliche historische oder ideelle Dimension. Er ist ja auch kein Erzengel wie man weiß. Ein erstes Attentat von Frau Slomka/ZDF hat er souverän überstanden. Was folgt noch?

Warum hat man eigentlich den Eindruck es gehe manchen auch um Glaubensbekenntnisse und um ganze Schicksale von Einzelpersonen und einer ehrwürdigen Partei. War die ideologische Wende zu groß?

Wir werden immer hellhörig wenn Politik dem einfachen Volk, in diesem Falle dem Parteivolk, erklärt werden muss. Man spricht ja auch von den kleinen Leuten, die immerhin fleißig arbeiten würden. Danke, wir haben verstanden!

Hartmut Dold

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Vom Erzengel Gabriel

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