Neues aus dem Berliner Untergrund

Wieder wird ein Großprojekt in Berlin teurer als geplant. Die U55 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor wird ca. 100 Mio. Euro mehr kosten. Eigentlich müsste sie ja jetzt Kanzlerinnen-Bahn heißen. Aber die Fertigstellung ist erst im Herbst 2019 vorgesehen. Wer weiß ob dann der Regierungschef noch weiblich ist.
Ursprünglich sollten sich die Kosten für die U-Bahn durch Berlins historische Mitte auf 433 Mio. Euro belaufen. Jetzt plant die BVG mit 525 Millionen, berichtete die Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta am Wochenende in einem Interview mit der Morgenpost.
Ursache seien der schwierige Baugrund wegen des hohen Grundwasserstandes, Mehrkosten durch höhere Sicherheitsanforderungen, die seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 gestellt werden und der Aufbau eines zusätzlichen Logistikhafens an der Spree, der erforderlich sei, um den gewaltigen Erdaushub abzutransportieren.
Die Finanzierung sei aber bisher unproblematisch, weil für die Jahre 2014 und 2015 noch genug Geld da ist. Bisher liege man im Finanzplan, aber es müsse  vom Ende her gedacht werden. Der bis 2019 zu erwartende Anstieg der Baupreise, die juristische und PR-mäßige Begleitung, sowie die oben genannten bautechnischen Probleme werden zu einem neuen Finanzrahmen führen müssen.
Da wird noch einiges auf die Berliner zukommen. Aber sie sind ja schon eine Menge (BER) gewohnt. Angesichts der jährlichen Verluste von rund 40 Millionen und eines Schuldenstandes von über 800 Millionen Euro, den die BVB vor sich herschiebt, fasst schon Peanuts.
Werden eben wieder die Preise für den ÖPNV erhöht? Aber nicht mal das wird reichen. Die BVG möchte mit dem Senat den 2008 geschlossenen Verkehrsvertrag neu verhandeln. Mindestens 35 Mio. Euro sind für einen ausgeglichenen Haushalt erforderlich.
Hartmut Dold
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Kanzler-U-Bahn wird teurer

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