Der Mensch und sein virtuelles Abbild

Chinesische Bügeleisen die über W-LAN Schadsoftware versenden können und jetzt koreanische Smart- TV’s, die das Nutzerverhalten des Zuschauers ausspionieren und an den Hersteller senden. Ist das die asiatische Antwort auf die Spionageaffäre im Westen? Smart im Sinne von clever? Was kommt noch? Google Now, die Xbox One und die Cloud. Wir sind erst am Anfang!

Jetzt auch noch Korea! Der Norden hat die Atombombe und der Süden LG und Samsung. Wie jetzt in den Medien kolportiert wurde, nutzt LG das Zusatzangebot seiner internetfähigen Fernseher über Smart-TV dazu, Informationen über das Nutzerverhalten des Zuschauers zu gerieren. Gut, man muss ja diesen Zusatzdienst nicht nutzen. Aber man sollte ihn wenigstens abschalten können.

Müssen denn alle dem Datenkraken Google folgen, nur weil es technisch möglich ist. Der versucht gerade durch den Ausbau seines Dienstes Google Now herauszubekommen, welche Angebote Handybenutzer brauchen, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie sie brauchen könnten. Technisch machbar ist noch viel mehr.

In der nächsten Woche liefert der andere Riese, Microsoft, seine neue Xbox One aus. Die ist mit kinetischer Steuerung und Webcam ausgerüstet. Rein theoretisch aber auch praktisch, sind sie damit in der Lage das entsprechende Zimmer des vor dem Fernseher herum tänzelnden Users auszuspionieren. Folgen dann Vorschläge wie: Einrichtungsangebote, Möbel Stil-und Dekorationselemente etc.?

Die Jungs aus Redmond wissen sowieso schon viel über uns, weil wir ihr Betriebssystem benutzen. Auch unsere Webseite wird täglich von ihnen besucht! Schönen Gruß aus Berlin. Und bleibt wachsam! Beste Grüße auch an Mountain View im schönen Silicon Valley und an Google. Auch Ihr besucht uns regelmäßig. Wenigstens können wir Eure IP Adressen zurückverfolgen. Andere bleiben ja anonym!

Leiden wir jetzt schon an Verfolgungswahn. Eigentlich nicht, denn nicht alles, was möglich und leicht zu bedienen ist, ist gut für den Menschen. Und das ist das Problem. Der schizophrene Mensch als Opfer der technischen Entwicklung? Auf der einen Seite das reale Ich im Kontext seiner sozialen Beziehungen. Auf der anderen Seite das virtuelle Ich im Internet und auf Smartphones.

Menschen, die man nicht kennt, werden über das Internet gegoogelt. Dort begegnen Nutzern, die sich für einen realen Menschen interessieren, zukünftig immer mehr virtuelle Abbilder. Entsprechen die persönlichen Profile, die unbedarfte Nutzer in den Social Medias hinterlassen ihrem Ich? Jedenfalls können sie danach bewertet, eingestuft, vermarktet oder diskriminiert werden.

Na und?

Könnte ja mal auch ein potentieller Arbeitgeber einen Bewerber googeln, oder staatliche Schnüffler, die keinen Zugang zu Satire haben. Alles schon passiert. Ein weites Feld!

Hartmut Dold

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Zwei Leben

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