Hoffentlich nicht wie bei der T-Aktie!

Na ja, nicht direkt uns, den Bürgerverein samt Kieztreff und so, sondern eher Unternehmen, die es sich leisten können. Bisher sind es auch nur Versprechungen was man machen könnte und es wird nicht umsonst sein. Man erhofft sich vielleicht, mit dem Thema IT-Sicherheit lästige Konkurrenz los zu werden. Hätten sie doch schon alles machen können – oder?

Die Telekom wirbt für eine europäische Lösung für den Internetverkehr – zum Schutz vor US-Geheimdiensten. Sie will den E-Mail-Verkehr nur noch über inländische Leitungen leiten. Was ist daran europäisch? Es sei denn, sie definiert inländisch als europäisch oder umgekehrt – Hauptsache Telekom, oder?

Die EU-Kommissarin Neelie Kroes ist dagegen. Auf einer Cyber-Sicherheits-Konferenz kritisierte sie Überlegungen, innerdeutsche Kommunikationswege etwa für E-Mails aufzubauen, um die Sicherheit im Datenverkehr zu erhöhen: „Wir sollten nicht versuchen, die Daten in nationalen Grenzen zu halten.“ Hat sie da was mißverstanden?

Die Deutsche Telekom hatte dagegen angekündigt, künftig sicherstellen zu wollen, E-Mail-und Internet-Verkehr von deutschen Absendern an deutsche Adressaten nur noch durch inländische Leitungen leiten zu wollen. Dies sei durch Vereinbarungen mit den Internet-Anbietern zu erreichen. Heute werden diese häufig aus Kostengründen über die USA geschickt.

Ja die Kostengründe. Das ist das Thema! Rene Obermann will sich die zusätzlichen Kosten natürlich bezahlen lassen. Er weist den Vorwurf zurück, es handele sich hier um eine Nationalisierung des Internets.

Das ist ja auch Quatsch und in Europa sowieso nicht durchsetzbar. Nützlicher wäre es, endlich eine einheitliche Datenschutzrichtlinie durchzusetzen, die für alle 28 EU-Staaten einheitliche und verbindliche Standards festlegen würde.

Politisch sicher nicht durchsetzbar der Vorschlag von Obermann, die Briten wegen ihrer aggressiven Ausspähung draußen zu lassen. Ein Schengen-Routing gewissermaßen. Bekanntlich ist Großbritannien dem Schengen Raum nicht beigetreten.

Unter Experten gilt der Telekom Vorstoß als Marketing-Schachzug, um klein-und mittelgroße Unternehmen ( KMU) für ein neues IT-Sicherheitsangebot zu werben. Das Produkt heißt Clean Pipe und soll den Firmen sichere Datenleitungen und sicher Server in Deutschland anbieten.

Unter Branchenexperten gilt das als kaum machbar. Es würde darauf hinaus laufen, dass Nutzer US-Anbieter beim E-Mail- und Internetverkehr komplett meiden müssten. Denn die NSA ist berechtigt, praktisch alle Daten von US-Unternehmen abzuschöpfen, das gilt auch für deren Töchter in Europa.

Wie richtet denn der normale User ein E-Mail Konto ein? Dann müsste jeder KMU einen IT-Sicherheitsexperten einstellen. Ab einer gewissen Rentabilität kann es sich den vielleicht leisten, darunter nicht.

Aber es wir noch komplizierter. Ist nicht die Telekom über Töchter in den USA ein Global Player. Unterliegen dann die Töchter nicht US-Recht und ist damit die Telekom Deutschland nicht indirekt erpressbar? Viele Fragen!

Immerhin hat es die Schlagzeile in die Medien geschafft und unbedarfte TV-Experten berichten darüber.

Hartmut Dold

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