Gedanken zum Tage aus dem Gleimviertel

Am 31.Oktober ist Reformationstag. Den kennt aber kaum einer mehr. Statt dessen wird Halloween gefeiert. Das Fest mit den komischen Kürbissen und Kostümen. Das soll aus Amerika kommen Aber stimmt das? Und was ist mit der Reformation?

Am 31.10.1517 hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen. Ihm ging es vor allem um die unsägliche Völlerei des Papsstums und der Katholica Eclesia, die dem christlichen Gedanken widersprach.

Ablasshandel und Petersdom

Ein besonderer Dorn in seinen Augen war der Ablasshandel. Ein perfides oder geniales Finanzinstrument, je nach Sichtweise, mit dem sich reuige Sünder von ihren Sünden freikaufen konnten, um ihre Seelen vor dem Fegefeuer zu retten. In vielem ähnlich den heutigen Swaps und anderen Derivaten der Finanzindustrie. Das alles diente der Finanzierung des Petersdoms in Rom, den Papst Julius der II 1503 in Auftrag gab und der 1626 in aller Herrlichkeit erbaut war und von Papst Urban VIII geweiht wurde.

Die Historie ist bekannt. Sie endete in dem Schisma von Katholiken und Protestanten und im 30-Jährigen Krieg, der ganze Landstriche verwüstete und hunderte Dörfer und Städte in Asche legte. Die Neusiedlungen sind am Namensende „wüst“ zu erkennen.

Halloween

Das Halloween-Fest ist ursprünglich nicht amerikanisch. Es war vor allem im katholischen Irland verbreitet und die irischen Einwandere brachten es mit. Das Wort Halloween ist eine Zusammenschreibung der älteren Schreibweise non All Hallows’Eve und benennt den Tag vor Allerheiligen.

Laut der Encyclopædia Britannica stammt Halloween aus alten keltischen Bräuchen, in denen der Toten gedacht wird. Gefeiert wird aber auch das Sommerende, die Ernte und der Einzug des Viehs in die Ställe. In dieser Zeit, so glaubte man, seien auch die Toten zu ihren Heimen zurückgekehrt. Das wurde mit Freudenfeuern , engl. „bonfirers“, wörtlich „Knochenfeuer“ auf Hügeln festlich begangen. Die Kostümierung galt der Vertreibung böser Geister. Die Knochenmaskierungen an den Gewändern kommen mutmaßlich aus der Knochenverbrennung von Tieren.

Viele evangelische Christen bedauern das zeitliche Zusammentreffen mit dem Reformationstag. Beide Konfessionen sehen die Problematik, weil Hallowenn ein Bedürfnis von Kindern und Jugendlichen anspricht, sei es auch aus der modernen Medienlandschaft geprägt und inzwischen kommerzialisiert.

woher kommt die leuchtende Kürbisfratze?

Die Leucht-Kürbisse heißen Jack-O-Laternen (auf Englisch „Jack-O‘-Lanterns“). Noch heute erzählen sich die Menschen in Irland gerne die schaurige Legende von Jack O., der zu Lebzeiten ein gerissener Schuft gewesen sein soll.

In der Nacht vor Allerheiligen soll Jack O. den Teufel überlistet haben, der ihm auf den Fersen war. Er hatte ihn gefangen – und der Teufel versprach Jack, dass er ihn in den nächsten zehn Jahren in Ruhe ließ, wenn dieser ihn wieder befreite. Nach zehn Jahren kam der Teufel erneut in der Nacht vor Allerheiligen, um Jack O. zu holen. Jack O. bat als „letzte Mahlzeit“ um einen Apfel, den der Teufel ihm pflücken sollte. Als er den Teufel auf den Baum gelockt hatte, ritzte er in den Baumstamm ein Kreuz. Der Teufel kam nicht mehr herunter und war auf dem Baum gefangen. In seiner ausweglosen Situation musste er Jack O. das Versprechen geben, dass dessen Seele nach seinem Tod nicht in die Hölle kommen würde.

Als Jack O. dann einige Jahre später starb, freute er sich schon auf das Paradies. Doch im Himmel bekam er wegen seines sündigen Lebens keinen Zutritt. Auch in die Hölle konnte er nicht mehr. Deshalb musste Jack O. als einsamer Untoter durch diese Welt wandeln. Aus Mitleid gab ihm der Teufel ein Stück Kohle aus dem Höllenfeuer mit auf den einsamen Weg. Jack legte sie in eine ausgehöhlte Rübe, damit sie nicht verglüht. Paradies. Doch im Himmel bekam er wegen seines sündigen Lebens keinen Zutritt. Auch in die Hölle konnte er nicht mehr. Deshalb musste Jack O. als einsamer Untoter durch diese Welt wandeln. Aus Mitleid gab ihm der Teufel ein Stück Kohle aus dem Höllenfeuer mit auf den einsamen Weg. Jack legte sie in eine ausgehöhlte Rübe, damit sie nicht verglüht.

Fazit

Was für ei Drama! Ja so kann’s einsamen Sündern gehen. Uns könnte das nie passieren. Und die Zeiten sind ja auch andere.

Wer am Halloween Spaß hat sollte am 31.10. in der Kopenhagener Straße 46 vorbeischauen.

Hartmut Dold

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Halloween oder Reformation

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