Bauen im Berliner Untergrund

Nein damit ist ausdrücklich nicht die Politik gemeint sondern der Berliner Untergrund. Aber das ist ja auch schon wieder doppeldeutig. Eindeutig ist, dass die Stadt auf sumpfigem Gelände erbaut wurde. Das wussten die alten Slawen und erbauten hier ihre Siedlungen, um sich besser verteidigen zu können. Heute leiden diverse Bauvorhaben unter dem instabilen Grund. Und das wird richtig teuer.

Der BER

Das Berliner Milliardengrab, kämpft nicht nur gegen Pfusch am Bau, gegen nicht funktionierende Brandschutzanlagen, zu kurzen Rolltreppen, Hunderten von Bäumen, die erst gepflanzt, dann aber gegen andere ausgetauscht wurden oder allgemeiner Verschwendung wegen der Verzögerungen, sondern auch gegen den Untergrund. Der ist auch am Rande der Stadt sumpfig und die beiden Startbahnen drohen abzurutschen.

Was aber soll ein Flughafen mit International und Willy Brandt im Namen ohne standsichere Rollbahnen? Zaun drum (steht schon) und Schilder aufstellen „Hier entsteht eine Investruine“?

Beispiel Museumsinsel

Was die Erbauer im 19.Jahrhundert hinbekommen haben, die Gründung von Museumsbauten auf der gleichnamigen Insel in der Mitte von Berlin auf 30 Meter langen Eichenpfählen, die in den Sumpf getrieben wurden, erscheint heute problematisch.

Die Rede ist von der neuen Eingangshalle, der James-Simon-Galerie des Stararchitekten David Chipperfield, für die unlängst die Grundsteinlegung erfolgte. Eigentlich sollte sie 2014 fertig sein. Jetzt wird es bis 2017 dauern und sie wird über 100 Mio. Euro teurer werden. Die erste Baufirma, die sich versucht hatte, musste aufgeben und ging in die Insolvenz. Jetzt will man alles richtig machen – aber wie gesagt, das kostet!

Übrigens soll mit dem Namen der Galerie einem der bedeutendsten Mäzen der Berliner Museumsgeschichte gedacht werden. Der jüdische Unternehmer und Kunstsammler James Simon (1851-1932) vermachte den Staatlichen Museen sieben Sammlungen mit mehr als 10.000 Objekten, darunter die Büste der Nofretete und das Ischtar-Tor.

U-Bahn Linie 5

Nachdem sich die große Schildvortriebsmaschine über 420 Meter durch den Berliner Untergrund gewühlt und dabei so manchen großen Brocken beseitigt hatte, ist jetzt erst mal Schluss. Am geplanten U-Bahnhof Museumsinsel droht Wassereinbruch. Im einen internen Papier heißt es: Dort werde der „Restwasserzufluss um den Faktor 4 überschritten“. Also, Grundwasser drückt um das 4-fache des Üblichen nach. Das weiß man doch eigentlich aus der weiter nördlich gelegenen Museumsbaustelle.

Der neue Bahnsteig wird sich unter der Spree befinden. Damit der große Bohrer überhaupt weiter arbeiten kann, müssen 105 Meter Berliner Sand und Schlamm vereist werden. Ein neuer Rekord! Nur gut das das neue Teilstück der Linie 5 erst 2019 fertig werden soll. Da wird heute noch nicht über Kosten gesprochen. Das nächste Millionengrab kommt aber bestimmt!

Der Bürgerverein

Eigentlich haben wir alle falsche Berufe gewählt. Rechtsanwalt geht noch, aber Stadtplaner oder Hoch-und Tiefbauingenieur wäre besser. Vielleicht sollten wir für unseren Bürgerverein in diesen Berufssparten gezielt werben? Wenigstens haben wir noch einige Politiker zu bieten. Philosophen zählen da wohl nicht.

Hartmut Dold

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Berlin versinkt im Sumpf

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