OAW – Orstabhängigkeitsmeldung

An sich sind wir in diesem Fall nicht konkret involviert, aber er hätte oder hat sich bestimmt im unserem Kiez abspielen können. Wie unlängst im Tagesspiegel zu lesen war, hat mutmaßlich ein  „Mietmanager“, der einen lästigen Mieter los werden wollte beim zuständigen Jobcenter angerufen, um dessen Ortsabwesenheit zu melden. Dem wurden darauf die Bezüge gekürzt. Wo leben wir den eigentlich?

Im Zeitalter des Feudalismus war es normal, dass Leibeigene sich nicht von ihrem Allod entfernen durften, ohne den Voigt, den Verwaltungsbeamten des Lehnsherrn, zu informieren. Auch über Heiratswünsche mußte Erlaubnis eingeholt werden und lange gab es das Recht des „ius primae noctis“.

Gilt jetzt ähnliches Recht und nicht mehr das Grundgesetz? Können jetzt Menschen einfach von ihren Wohnsitzen vertrieben werden, weil neue energitische Verordungen skrupellos ausgenutzt werden, und warum gilt für Hartz IV Empänger die OAW, weil ja angeblich täglich ein Anbieter prekärer Beschäftigungsverhältnisse vor der Tür steht? Die Rechtssprechung begünstigt einseitig die Investoren oder dubiose Arbeitsgelegenheitsanbieter, auch wenn einige Ausnahmen möglich sind.
Hier ein Auszug aus dem Artikel des Tagesspiegels zum Thema:

… „Vielleicht ist Sascha Klupp, nachdem er die Sache richtiggestellt hat, wieder in sein Büro gegangen. Weit hätte er es nicht gehabt, er arbeitet am Kurfürstendamm 102. Das Haus gehört ihm und hier sitzen gleich mehrere seiner Firmen. Am Briefkasten unten steht außerdem der Name der Firma, die den Brandschaden bei Myrzak begutachten wollte, und der der Hausverwaltung, an die sich Michaela Zollner wenden muss, wenn sie Probleme in ihrer Wohnung hat. Und aus diesem Haus rief vor kurzem ein Mitarbeiter Klupps beim Jobcenter an und teilte mit, dass einer ihrer Leistungsempfänger, der zugleich Mieter Klupps ist, in – so steht es in der Gesprächsnotiz vom Jobcenter – OAW sei. OAW ist die amtsdeutsche Abkürzung für Ortsabwesenheit und ist ein Zustand der Nichtanwesenheit, der Hartz-IV-Empfängern nicht gestattet ist: Sie müssen sich stets abmelden. Außerdem heißt es in der Notiz, dass der Vermieter den Mieter zu den Geschäftszeiten nicht erreiche und vermute, dass er eine Arbeit aufgenommen habe. Sascha Klupp bestreitet diesen Hergang, „der genannte Mitarbeiter hat nichts mit dem Vorgang zu tun“, lässt er über seinen Anwalt ausrichten. Die Gesprächsnotiz des Jobcenters liegt dem Tagesspiegel vor, darauf stehen der Name, die Büro- und die Handynummer vom Mitarbeiter Klupps. Außerdem ist darauf ein handschriftlicher Vermerk – dem Mieter sind seine Leistungen gekürzt“
Fällt dadurch auch nur eine Monatsmiete aus, gibt das dem Eigentümer einen triftigen Grund für eine außerordentliche Kündigung.

Besagter „Mietmanager“ ist rechtlich sehr aktiv und um seinen guten Ruf sehr bedacht. Wir enthalten uns deshalb jeglichen weiteren Kommentars.

Hartmut Dold

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