Wie die SPD den Gordischen Knoten durchschlug

Von Griechenland, jedenfalls von ihrer glorreichen Zivilisation, Kultur und Kunst, kann man immer noch lernen. Wir haben deshalb das Orakel von Delphi gefragt, was die zukünftige neue Regierung betrifft. O.k., kleine Geschenke und Überredungen waren schon notwendig. Aber das war vor rund 2.400 Jahren nicht anders. Jetzt wurde uns das Ergebnis mitgeteilt. Natürlich unter Vorbehalt.

Sigmar Gabriel, der große Vorsitzende, hat Pythia, der Oberpriesterin am Schrein von Delphi, gezeigt was passiert, wenn er, wie Alexander der Große, den Gordischen Knoten einfach mit dem Schwert durchschlägt und sie gleich mit. Gut: Der Sage nach, hat er sie nur an den Haaren aus ihren Tempel gezerrt und sie mit dem Tode bedroht. Da ist sie zusammengebrochen und hat unter Tränen geweissagt:

Die SPD erhält mindestens 5 von den 6 geforderten Ministerposten, die Anhebung des Mindestlohns auf 8.50 Euro und einen Kompromiss in der Frage des Spitzensteuersatzes. Die Abschaffung des Betreuungsgeldes wird der Seehofer Horst von der CSU verhindern, und auch nicht auf die PKW-Maut für Ausländer verzichten.

Das Parteivolk wird jubeln oder vom kleineren Übel reden und zustimmen, weil ja fast alle Forderungen des Wahlkampfes durchgesetzt wurden. Aber was sind abgepresste Weissagungen schon wert? Im antiken Griechenland gab es auch andere Orakel.

Der Krieg gegen die Perser war von Erfolg gekrönt. Danach oblag das Großreich Alexanders den Diadochen, den ehemaligen Heerführern des Eroberers und wurde zersplittert. Wer kann schon wirklich in die Zukunft blicken. Alles ist offen – oder?

Hartmut Dold

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Das Orakel von Delphi

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