Die Entmietung geht in eine neue Runde

Am 12.September 2013 haben die Bewohner des Hauses Kopenhagener Str.46 an die Kandidaten ihres Wahlkreises geschrieben, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Einer hat darauf geantwortet. Ob andere das nach der Wahl tun bleibt abzuwarten. Beim zuständigen Stadtrat waren sie auch. Der bot eine Moderierung zwischen Eigentümer und Hausbewohner an. Das kennt man schon aus der Gleimstraße 52. Worum geht es?

Das Haus Kop 46 ist ein besonderes Haus, das „Jahnke-Haus“. Man kennt es im Kiez. Nach der Wende hatte es Jens Jahnke erworben und daraus ein Mehrfamilienhaus mit Wohngemeinschaften und multikulturellen Hintergrund gemacht. Eine echte Hausgemeinschaft entstand. Gegenwärtig leben 45 Menschen in dem Haus, unter ihnen 15 Kinder. Es sind Ossis, Wessis, Bayern, Schwaben, Franzosen, Italiener oder Brasilianer.

Jens Jahnke ist im vergangenen Jahr gestorben. Seine Erbengemeinschaft hat das Haus an eine „Investorengruppe“ verkauft. Jetzt werden die Spielregel von den neuen Eigentümern aufgestellt und sie ähneln denen, nach denen in der Kop 13, Kop 67, Kop 27 und 28 und Gleimstraße 52 die Entmietung vollzogen wurde. Bisher sind wir im 1. Akt. Gesetzwidrige Kündigungsschreiben mit Fristen, die den Tatbestand einer Nötigung erfüllen. Die Auswechselung von Schlössern und Schlüsseln, die Bestellung eines Mietmanagers. Wir hoffen den Bewohnern bleiben die nächsten Akte erspart. Wer darüber nachlesen will, kann das hier tun.

Immerhin, die Bewohner wollen sich wehren und haben einen Blog eröffnet, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Denn das einzigste was ihnen wirklich helfen kann, ist die Öffentlichkeit und die Solidarität und Unterstützung untereinander. Darüber hinaus müssen sie mit Hilfe der Mieterberatung und Rechtsmitteln ihre Rechte wahren. Aber darauf allein und auf die Politik, vor allem nach der Wahl zu setzen, wird nicht reichen.

Bevor wir es vergessen. das Haus Nr.46 hat auch eine Geschichte. Hier lebte bis zu seiner Verhaftung und Ermordung durch die Nazis der Arbeitersportler Hermann Tops. Er hatte in der heutigen „Schule am Falkplatz“ Kindern in der Turnhalle Unterricht gegeben. Eine Gedenktafel am Haus wurde kurz nach der Wende abmontiert 0der geklaut.

weitere Beiträge:

Wem gehört die Stadt – wem gehört Berlin?

Kop 67 – der letzte Akt 1

Kop 67 – der letzte Akt 2

Blog Kopenhagener 46

Anmerkung: Neben Klaus Midrup/SPD hat  inzwischen auch Andreas Otto/Grüne auf den Brief an die Bundestagskandidaten geantwortet. Stefan Liebich/LINKE will kommenden Donnerstag die Anwohner besuchen.

Hartmut Dold

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Kop 46

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