Eine Veranstaltung und viele Meinungen

Am 24/25.August 2013 hat der Knaack-Club im Mauerpark sein Sommerfest veranstaltet. Gleichzeitig lief, in der Verlängerung über die Eberswalder hinaus, das CastingCaree-Fest in der Oderberger Straße und in der Kastanienallee. Das war einigen zu viel und kritische Worte wurden laut.

Kritik kam hinsichtlich des Knaack-Festes vor allem von den „Freunden des Mauerparks“ um Alexander Puell. Er beklagte vor allem die Übernutzung der Fläche durch Fahrzeuge, Grillstationen, Bierzelte, Dixiklos und einem überdimensionierten Backstagebereich, die Kommerzialisierung und den Lärm zu später Zeit – wie auch einige Anwohner. Sein Fazit lautet: „Eine Fressmeile schafft noch keine kulturellen Werte“, und fragt sich:

„Soll der Mauerpark zur billigen Kulisse für durch kommerzialisierte Veranstaltungen werden?“

Das sehen die Macher völlig anders. Veranstalter Petter stellt gleich die Machtfrage: „Wer definiert denn, was was man im Park machen kann und was nicht?“

Ja, wer bestimmt das eigentlich?

Vielleicht das Ordnungsamt, dass derartige Veranstaltungen genehmigen muss?

Dazu muss es aber in der Lage sein, kulturelle und sozioökonomische Abwägungen zu treffen.

Kann es das?

Laut Aussage von Stadtrat Kühne überwachen zwei Mitarbeiter den ordnungsgemäßen Ablauf.

„Ich frage mich, ob wir uns so viele Feste dauerhaft leisten können.“

Es fehle eine verbindliche Regelung, wer an solchen Wochenenden mit mehreren Überschneidungen den Zuschlag erhält.

Aber Regeln kann man aufstellen und Kriterien rechtzeitig benennen.Was hindert die Mannen von Thorsten Kühne daran? Er ist ja auch Kulturstadtrat.

Der Ehrlichkeit halber muss gesagt werden, dass mehrere Besucher über Facebook und Twitter kommuniziert haben, die Mitarbeiter des Knaack-Teams hätten mehrfach saubergemacht und aufgeräumt. Allerdings sei ein Dixieklo im Backstagebereich vollständig ausgelaufen. Andere monierten die Müllberge und den Müll im Kopf der Leute, die ihren Dreck einfach hinterlassen.

Da sind wir schon bei der 4. Meinung, die der Besucher. Die können wir aber nicht verifizieren, weil sie zu unterschiedlich ist. Hier muss sich jeder selber ein Bild machen und seine Ansicht darlegen. Die wird von seinen Interessen bestimmt sein.

Für das Bezirksamt ist die Rechnung klar?

Wiegt der Verlust von ca. 10.000 Euro Einnahmen, durch gesperrten Straßen und fehlende Parkeinnahmen, den kulturellen oder ökonomischen Gewinn auf. Letzterer kommt sowieso vor allem den Betreibern und der umliegender Gastronomie zu Gute.

Also, Bis zum nächsten Jahr. Die Veranstalter möchten wiederholen.

Hartmut Dold

Please follow and like us:
Knaack-Sommerfest im Mauerpark

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.