Aus Leser-Sicht

Nach dem sich fundierte Berichterstattung in den letzten Jahren peu à peu aus dem Fernsehen und den Presseerzeugnissen verabschiedet hat, blieb noch das Internet als Quelle unverfälschter Nachrichten. Das ist noch immer so, aber auch hier greift das Geld um sich.
In Berlin gibt es mehrere Online-Zeitungen, die sich exklusiv mit Pankow und dem Prenzlauer Berg befassen. Die einen sind arm und sexy, dafür aber unabhängig, die anderen etwas besser gestellt, denn sie finanzieren sich aus Werbeeinnahmen und Freundeskreise.
Wenn man jetzt in einem Beitrag, ein Loblied auf bestimmte Immobilienentwickler singt, die gleichzeitig Werbepartner sind, schlägt das dem Fass den Boden aus. Und wenn man das noch als „Qualitätsjournalismus“ bezeichnet, der eben Geld koste, fehlen einen fast die Argumente vor Fassungslosigkeit.
Aber es ist ja keiner gezwungen derartige Elogen zu lesen. Auch wir werden uns unsere Lektüre in Zukunft vorsichtiger aussuchen.
Leid tut es uns um die Artikelschreiber, die wir bisher als witzig und spritzig wahrgenommen haben. Aber das ist alles schließlich Ansichtssache. Vielleicht haben wir uns einfach in ein Thema verrannt und sind auf einem Auge blind. Sorry Nobody is perfect und Meinung ist Meinung in einer Gesellschaft mit Meinungsfreiheit – oder?
Hartmut Dold
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Gibt es noch Qualitätsjournalismus?

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