Die Stadt heizt sich auf!

Jetzt, nachdem die Pläne des Investors Klaus Groth zur Nordbebauung des Mauerparks auf dem Tisch sind und die Träger der öffentlichen Belange informiert wurden, stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit der Bebauung und ihre Wirkung auf das Mikroklima in Berlins Mitte. Wozu brauchen wir eine Kaltluftschneise im Mauerpark, was ist der Hintergrund?
Wie jetzt unlängst bekannt wurde, hat das rennomierte Potsdamer-Institut für Klimaforschung (PIK) berechnet, dass es bei gleichbleibendem CO2 Ausstoß bis zum Jahr 2100 eine Zunahme von Hitzewellen auf 85% der globalen Landmasse geben wird. Derzeit liegen sie bei 5%. „In vielen Regionen werden die kältesten Sommermonate Ende des Jahrhunderts heißer sein als die heißesten Monate heute“ – das sagt Dim Coumo vom PIK. Selbst wenn dies durch Maßnahmen des Klimaschutzes noch abgeschwächt werden könnte, wird eine Zunahme der Extreme bis Mitte des Jahrhunderts unvermeidlich sein.
Erste drastische Beispiele waren zu besichtigen. So brachte die Hitzewelle in Russland einen Anstieg der monatlichen Durchschnittstemperaturen um sieben Grad Celsius in Moskau. In den Tropen wird es nicht zu diesen Ausschlägen kommen, dort haben aber schon kleinste Veränderungen große Folgen. Vieles deutet darauf hin, so die Forscher, dass diese Veränderungen bereits begonnen haben.
In Berlin haben die vergangenen Wochen gezeigt, wie sich die Stadt aufheizt. Simulationen des DWD und des PIK sagen eine Zunahme der Wärmebelastung auf über 25 Tage im Sommer voraus. Wird der Boden in der Innenstadt weiter durch Beton versiegelt, können Kaltluft erzeugende Bereiche wie Freiflächen, Parks und Bäume diesen Effekt nicht mehr abschwächen.
Zu einer der bedeutendsten Kaltluftschneisen in Berlins Mitte zählt der Mauerpark in seiner Fortsetzung über das Nordkreuz und das Nasse Dreieck. Hier wird Kaltluft produziert und für einen Austausch der schwülen, belasteten Luft gesorgt. Und das soll jetzt zugebaut werden!
Was wird mit dem „Grünen Band“, für das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wirbt und umfangreiche Dokumentationen erstellt hat? Alles für die Katz?
O.K. wird mancher sagen: 2040 oder 2100 lebe ich nicht mehr. Aber was ist mit unseren Kindern und Enkeln? Werden sie noch eine lebenswerte Welt vorfinden und urbane Städte haben?
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Hartmut Dold

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Brauchen wir eine Kaltluftschneise?

2 Gedanken zu „Brauchen wir eine Kaltluftschneise?

  • 16. August 2013 um 10:39
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    Hallo Marion,

    da bin ich ganz bei Dir. meistens wird die Wirklichkeit noch viel schlimmer als der Plan. das ist der alte Trick der Investoren, mal schnell noch ein paar Bäumchen mit Copy and Past in die Baupläne einzeichnen, und schon wird’s grüner. Die Realität sieht dann anders aus.

  • 16. August 2013 um 08:56
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    Hallo Hr.Dold
    Mir graut schon wenn ich dran denke das die gesamten Bäume
    abgeholzt werden die an unser Grundstück stossen.wenn Hr.Groth baut.wir haben ja nur noch die Bäume bei uns von der DEGEWO.Na und davon stehen genug so auf der Grundstücksgrenze das sie gewiss beschädigt und auch gerodet werden.es ist nur noch zum weinen.das so ein Herr Baurecht bekommt .
    Lieben Gruss M.Bauer

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