Jobs im Gleimviertel

Auf unserer Webseite, oder wenn man so will in unserem Blog, haben wir in der Regel positiv, fast liebevoll, über unsern Kiez berichtet und für unser urbanes Umfeld geworben. Gut, einige Ärgernisse die immer wiederkehren, wie: Luxussanierung und Mauerpark, waren auch aufzuarbeiten. Müssen wir jetzt befürchten, dass es wie unlängst in Schwäbisch Hall, einen Ansturm von Arbeitssuchenden gibt?
15.000 sollen sich, nach einem euphorischen Bericht einer überregionalen portugiesischen Zeitung gemeldet haben. Sogar die Berliner Zeitung hat darüber berichtet. Nur wenige sind geblieben.
Aber wir sie ja keine überregionale oder international agierende Zeitung, sondern ein Blog mit ca. 400 Besuchern täglich. Es gibt zwar Jobs, aber keine Arbeit. Was ist der Unterschied? Bei Ersteren handelt es sich um befristete Arbeitsgelegenheiten in ausgewählten Bereichen wie dem Gaststättengewerbe, der Zustellerbranche und in der Altenpflege als Hilfsarbeiter.
Dann bleibt da noch der Hartz IV 1,50 Euro Beschäftigungsbereich. Um in den zu gelangen, müssen die Jobsuchenden erst mal einen Antrag stellen. Das können sie aber nur mit Hilfe von Übersetzern, sozialer und anwaltlicher Hilfe. Also Entwarnung, oder sollten uns derartige Vorfälle nicht nachdenklich machen?
Die hohe Arbeitslosigkeit in den Südländern ist eine Folge der Banken und Finanzkrise, die sie selbst nicht verschuldet haben. Als Staatsvolk haben sie ihren Regierungen geglaubt, als die auf Anraten internationaler Gr0ßbanken immer neue Kredite aufnahmen. (Griechenland – Goldman Sachs). Jetzt findet eine gnadenlose Umverteilung von Unten nach Oben und von Süd nach Nord statt.
Anders als in den Medien oft dargestellt, dienen die Kredite nicht in erster Linie den Menschen, sondern der Begleichung der Schulden plus Rendite bei den Banken. Da sind die deutschen Banken munter dabei. Sie sind ja systemrelevant. Z.B die Commerzbank, einer der größten Kreditgeber. Weil sie sich beim Kauf der Dresdener Bank verschluckt  und zu viele Staatsanleihen der Südländer im Portfolio hatte, musste der Deutsche Staat und damit der Steuerzahler als Mehrheitseigner einspringen. Wenn die Geschäfte wieder laufen, zieht er sich zurück.
Menschen können sich nicht so leicht zurückziehen oder ab-und zufließen, wie das Kapital, das scheue Reh. Sie müssen längerfristig agieren und sich auf die Politik und den Staat verlassen können. Deshalb gehen wir am 22.September 2013 zur Wahl.
Hartmut Dold
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Auf diese Steine können Sie (nicht) bauen