Werden unsere E-Mails überwacht?

Während wir friedlich tagtäglich unseren E-Mail Account im Bürgerverein checken und die eine oder andere Mail lesen oder beantworten, können Mitarbeiter der NSA, wenn sie uns als Zielgruppe identifiziert haben, in Echtzeit unser Tun verfolgen. O.K., wir sind wahrscheinlich nicht in der Rasterfahndung. Das könnte sich aber bei unbedarfter Eingabe von bestimmten Stichwörtern je ändern. Währen wir das Schreiben, könnten wir schon abgeschorchelt werden!

Das hat jetzt unlängst ein englisches Magazin veröffentlicht, und ein deutsches ist dem nachgefolgt. Entsprechende Dokumente stammen von Edward Snowden, in Zusammenarbeit mit seinem Partner in Brasilien, Glenn Greenwold, einem ehemals hochrangigen Mitglied der NSA.

Mit dem Programm Xkeyscore schnüffeln amerikanische und partiell auch befreundete Dienste, z.B. der BND, den E-Mail Verkehr in Echtzeit aus. Der Begriff Echtzeit ist dem Verfasser aus diversen Computerspielen bekannt. Er kann mit den Worten :“You see what you do“ umschrieben werden. Beide Seiten handeln simultan. Was der eine tut, sieht der andere.

Vier Sterne General G. Alexander fühlte sich gedrungen, dem in einer öffentlichen Stellungnahme entgegen zu treten. Seine Botschaft war: Ja, wir können jedweden E-Mail Verkehr weltweit ausspionieren und jede IP Adresse simultan einsehen, aber wir tun es nicht. Und wenn ja, dürfen das nur ausgewählte Leute, die ihrerseits überwacht werden.

Ja wer glaubt das denn und wie pervers ist das eigentlich! Und warum lässt die NSA neben ihrer Zentrale in Fort Meade, Maryland, in Utah/Buffdale ein 16 Fußballfelder großes Data Center bauen, das weltweit alle Datenströme abschnüffeln soll?

Wenn das die Zukunft werden sollte, verabschieden wir uns daraus. Dann lieber analog. Oder wir werden uns mit rechtsstaatlichen Mitteln und mit Wahlen dagegen wehren.

Hartmut Dold

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