Ein Beitrag zu einem leidigen Thema

Reflektiert man das Geschehen um die Erweiterung des Mauerparks nach gut einer Woche, bleiben womöglich drei Begriffe hängen. Mauergärtner, Teerstraße und Grillen. Noch steckt die Nutzung der neuen Flächen in den Kinderschuhen, da geht es schon bei einem Thema heiß her. Grillen im Mauerpark.
Bisher haben sich mindestens drei Akteure zu Wort gemeldet und ihren jeweiligen Standpunkt in die Öffentlichkeit gebracht.
Karsten Spallek (CDU), Stadtrat für Bauen und Umweltschutz in Mitte, will das Grillen auf der neuen Fläche in der Verlängerung der Lortzingstraße ganz verbieten, am liebsten noch im gesamten Mauerpark. Er hält sich hier an das generelle Grillverbot, dass in Mitte gilt. Versöhnliche Worte waren von ihm zu diesem Thema am 24.07., anlässlich  der Eröffnung der Erweiterungsfläche und eines Durchgangs in Richtung Max-Schmeling-Halle, nicht zu hören.
Sein kongenialer Gegenpart in Pankow, Jens-Holger Kirchner (GRÜNE), schlägt dagegen Grillpavillons oder ähnliche feste Grillstationen vor, wie er sie kürzlich in seinem Dänemark Urlaub gesehen hatte. Ihn interessiert vor allem das Thema Müllberge und deren Beseitigung.
Jetzt hat sich auch die Pankower SPD zu Wort gemeldet. In einem Beitrag auf der Webseite der Abteilung Falkplatz-Arnimplatz beschäftigt sich der Beisitzer des Abteilungsvorstands, Markus J.Roik, mit dem leidigen Thema.
Er verwahrt sich gegen jede Einschränkung des freien Grillens. In einer Spitze gegen Kirchner formuliert er, dass man ja nicht erst nach Dänemark fahren müsse, um feste Grillplätze zu besichtigen und zu empfehlen. Hannover hätte auch schon gereicht, das hätte man auch googeln können. Hannover, ausgerechnet, für Roik ein Sinnbild für bürgerliche Spießigkeit. Denn darum geht es ihm. Freiraum oder Einengung.
Damit stellt er die richtige Frage, wenn auch aus einer ganz spezifischen Sicht. Die Frage lautet: Für wen und wozu wollen wir einen größeren oder den ganzen Mauerpark. Ihm geht es um mehr sozialen Freiraum, um kostengünstige Freizeitbeschaffung-und Gestaltung für alle. Das alte Problem. Wie viel Ordnung muss sein und wie viel Freiraum ist möglich. Und: Was kostet uns das Ganze.
Die Probleme werden sicher nicht weniger, wenn die Groth Gruppe nördlich des Gleimtunnels ihr neues Wohnquartier baut. Kommt dann eine neue Klagewelle und was passiert mit den Freiräumen?
Hartmut Dold
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Nichts als Grillen im Kopf
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