Neues zum  Gleimtunnel

Wie wir bereits berichtet haben, ist seit einiger Zeit ein Blog der Groth Gruppe aktiv, der die Bebauung des Nordteils des Mauerparks im Sinne seines Auftraggebers kommentieren soll und eine quasi Bürger-Online-Beteiligung vorgaukelt. Jetzt ist ein erster freudscher Versprecher passiert. In einer Antwort auf einen Beitrag zu einer ersten Erkundungsbohrung am Gleimtunnel, in der Pankower Allgemeinen Zeitung, sprach die Redaktion von Schürfbohrungen. Ja was soll denn da geschürft werden, Betongold eventuell?

Das ist natürlich nur Satire.

Viel wichtiger ist, sich ins Gedächtnis zu rufen, was mit dem denkmalgeschützten Gleimtunnel passiert. Offensichtlich wird hier mit semantischen Tricks und Vernebelung gearbeitet. Investor und die anderen Beteiligten am „Mauerparkvertrag“ gehen offensichtlich davon aus, dass der Gleimtunnel an seiner Öffnung endet und die 11 Meter lange Widerlager Wand nicht einschließt. Das ist aus Sicht des Baudenkmals und seiner, in der Denkmalliste eingetragener Definition, offensichtlicher Unsinn. Die Protagonisten des Bauvorhabens stört das nicht. Sie haben ja im Mauerparkvertrag bereits folgendes reinschreiben lassen:
§ 4
Regelungen zum Gleimtunnel
(…)
(3) „Die Vertragsparteien gehen weiterhin davon aus, dass im B-Plan Verfahren frühzeitig zu prüfen sein wird, wie eine städtebaulich angemessene und ausreichend leistungsfähige Erschließung der WA-Fläche gem. Teil B § 5 Abs. 1 von der Gleimstraße gesichert werden kann. Sollte ein Eingriff in das Denkmal Gleimtunnel aus Sicht der Erschließungsplanung erforderlich sein, werden die Vertragsparteien gemeinsam den Eigentümer des Gleimtunnels bei der Stellung der erforderlichen Anträge für Maßnahmen zur Herstellung der geplanten Erschließung sowie sonstiger im Bebauungsplan festgesetzter oder im Erschließungsvertrag vereinbarter Vorhaben unterstützen.“

Alles klar?!

Nur zur Vereinfachung: Die untere Denkmalschutzbehörde ist dem Bezirksamt Mitte unterstellt. Die obere Denkmalschutzbehörde ist mittlerweile bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt angesiedelt. Die zuständigen Verwaltungen werden laut Mauerparkvertrag im Sinne des Investors zur Amtshilfe verpflichtet. Aber vielleicht gibt es dort engagierte Beamte und Denkmalschützer, die ihrem Beruf Ehre machen. Das Rennen ist noch nicht gelaufen und deshalb eine öffentliche, unabhängige Berichterstattung essenziell.

Noch eine Bemerkung zum Eigentümer des Gleimtunnels. Das wird ja alles bewusst vernebelt. Es sollte aber immer noch die Immo AG sein, die für die Sanierung/Teilabriss des Gleimtunnels vom Senat 1,5 Mio. Euro erhält. Aber vielleicht gibt es Nebenabreden und Protokolle, von denen wir nichts wissen.

Bei allem sollte nicht vergessen werden!

Hier ist über die Zufahrt zum künftigen Wohngebiet die Rede. Die Baustellenzufahrt soll laut Mauerparkvertrag von der Bernauer Straße über den Gleimtunnel hinweg erfolgen. War da vor kurzem nicht was? Werden am Zugang Lortzingstraße Ampeln aufgestellt, um die Bürger, die von Weddinger Seite zum Mauerpark wollen, vor den Baufahrzeugen zu schützen, oder wird der Zugang wieder plattgemacht, wenn die Bauarbeiten beginnen? Ein wenig provisorisch sieht er ja schon jetzt aus, temporär eben.

Hartmut Dold

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Freud’scher Versprecher?