Pflanzen, Pflegen, Grillen!
Ordnungsamt Pankow lässt den Amtsschimmel los!
Man glaubt es nicht, das Ordnungsamt will die Kopenhagener von Bürgerpflanzungen bereinigen!!! Die Pflanzenkübel, Bänke und Baumscheibenbepflanzungen sind nach Meinung des Ordnungsamts unerlaubte Benutzung des Straßenlands. Die Anwohner der Kopenhagener wollen dem entgegentreten und am Samstag Baumscheiben bepflanzen und Bänke bauen mit Grill und Musik. Kommt zahlreich und tretet dem Irrsinn des Ordnungsamts entgegen. Näheres im Aufruf von Heiner Funken.
![]()
Kein Luxusviertel am Mauerpark!
Aufstehen gegen Mietsteigerungen!
das war das Thema einer Podiumsveranstaltung in der Freien Schule am Mauerpark (Wolliner Str. 25) , die am Dienstag, dem 7. Mai 2013 stattfand. Initiiert wurde die Veranstaltung von einer bezirksübergreifenden Allianz aus betroffenen BürgerInnen aus dem Brunnenviertel sowie verschiedenen Initiativen, die sich seit Jahren gegen eine Bebauung des Mauerparks wehren. Als Informationsplattform der Allianz dient vorerst MAUERPARK.ORG . Die meisten der circa 100 Teilnehmer waren von der geplanten Luxusbebauung im nördlichen Mauerpark direkt betroffene Anwohner aus dem Brunnenviertel. Anwesend war auch Jörn Richters, der Leiter des Kundenzentrums Nord der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO, die einen Großteil der Mietshäuser am westlichen Rand des Mauerparks verwaltet. Insbesondere an ihn richteten die betroffenen Anwohner ihre Befürchtungen, dass die geplante Luxusbebauung der Beginn eines Verdrängungsprozesses nicht so zahlungskräftiger Bewohner sein könnte, ähnlich wie auf der anderen Seite des Gleimtunnels. Diese Befürchtungen wurden von Herrn Richters zwar verneint, richtig überzeugen konnte er die betroffenen Mieter mit seinen Beschwichtigungen aber nicht.
Rainer Stern
![]()
Friedliche Walpurgisnacht
Friedliche Walpurgisnacht im Mauerpark
Schon am frühen Nachmittag war der Mauerpark abgesperrt. An drei Eingängen kam man hinein. Ein Ordnungsdienst sorgte dafür, dass Glasflaschen in Plastikbecher abgefüllt wurden. Die Polizeipräsenz war deutlich sichtbar aber moderat. Mauerpark und Falkplatz, auch eingezäunt, boten am Nachmittag ein friedliches Bild. Vor allem Familien waren unterwegs. Am Abend wurden die Walpurgisfeuer angezündet und gegen 2 Uhr morgens von der Polizei gelöscht. Der Bürgerverein Gleimviertel e.V. hat, wie auch in den Jahren zuvor, die Aktivitäten der Protagonisten der Mauerparkfete durch Tontechnik unterstützt.
Hartmut Dold
![]()
Das Gleimviertel – die „Einsame Pappel”
165 Jahre bürgerliche Revolution im Gleimviertel
Schaut man aus der Vogelperspektive auf das Gleimviertel, so fällt auf, dass ca. ein Drittel der Fläche vom Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, dem ehemaligen Exer, eingenommen wird. An seinem südlichen Rand, in Steinwurfweite zur Schönhauser Allee, steht an der Topsstraße die Einsame Pappel. Sie ist vor allem als Geschichtsdenkmal bekannt, aber auch ein imposanter Baum. Unter ihrer Krone haben sich 1848 bedeutsame Ereignisse vollzogen. Heute sind sie von der Politik vergessen und verdrängt.
Hartmut Dold
![]()
Das große Murren
Schulunterricht in Pankow
Vom REH, der flexiblen Raumerweiterungshalle in den 70-er und 80-er Jahren der DDR zum MUR, den mobilen Unterrichtsräumen für Schüler in Pankow. Der Fortschritt ist nach 40 Jahren fasst greifbar, nur viel teurer. Weil in Pankow für tausende von Grundschülern in den nächsten Jahren Schul- und Kitaplätze fehlen werden, plant Pankow, ab dem nächsten Schuljahr Schulcontainer aufzustellen, um der Not abzuhelfen.
Hartmut Dold
![]()
Das Gleimviertel – Denkmalpflege – Gleimtunnel
Wie die blau-weiß emaillierten Denkmalplaketten an die Häuser kamen
Auch im Gleimviertel zieren noch einige blau-weiße Denkmalplaketten aus Emaille die Fassaden von Häusern. Sie wurden in der DDR-Zeit ab 1979 zunächst an Objekten der zentralen Denkmalliste angebracht. Später folgten Denkmale auf Bezirks-und Kreisebene. Federführend war das Institut für Denkmalpflege der DDR. Mit dem Entwurf der Plakette wurde die Arbeitsstelle Berlin beauftragt, mit Produktion und Vertrieb der ökonomische Direktor und Oberkonservator Hartmut Dold. ![]()
Das Gleimviertel – Glaube und Religion
Ostern – Glaube -Religion
Jetzt ist das Osterfest 2013 vorbei, der wichtigste Termin für die katholischen und evangelischen Christen. Die orthodoxe Kirche feiert in diesem Jahr erst am 5.Mai, getreu ihrem Julianischen Kalender. Kreuzigung und Auferstehung – mehr geht nicht. Das ist die Essenz des Christentums! Das diesjährige Ostern wird als eines der kältesten seit 100 Jahren in die Geschichte eingehen. Die Ostereier konnten gut gekühlt im Schnee versteckt werden. Der März bescherte der Christenheit auch einen neuen Papst. Sein Name Franziskus ist Programm und soll an den Heiligen Franz von Assisi erinnern, den Prediger der Armen und der Armut. Da hat sich der Kardinal aus Argentinien aber ganz schön aus dem Fenster gelehnt. An seinen Taten, nicht an seinen Worten wird er gemessen werden.
Hartmut Dold
![]()
Stolpersteine im Gleimviertel
Nicht nur ein Kunstprojekt
In diesen Tagen, Ende März, ist der Blick öfter als um diese Jahreszeit üblich, auf die schnee-und eisglatten Bürgersteige gerichtet, um nicht zu stürzen. Da hat den Vorteil, dass man Dinge entdeckt, die sonst leichter zu übersehen waren. Zum Beispiel die Stolpersteine, in den Boden eingelassene Messingplatten zum Gedenken an die deportierten und ermordeten Juden und derer, die ihnen während der Nazizeit geholfen hatten. Eines der weltweit größten Kunstprojekte, eben die Stolpersteine, soll daran erinnern.
Hartmut Dold
![]()
Das Gleimviertel – Chronik einer Vertreibung
Vertreibung und Gegenwart
Spätestens ab 1940 wurden Juden aus dem Gleimviertel in die Vernichtungslager des NS-Regimes im Osten deportiert. Die Züge gingen auch vom Güterbahnhof der Nordbahn ab. Auf eben diesem Gelände entsteht zukünftig vermutlich die erste Gated Community Berlins, ein neues Areal für Reiche? Von dem aus könnte dann eine andere Art von Vertreibung ausgehen, nämlich die der Brunnenviertler durch steigende Mieten. Sollten die Pläne anders lauten und bezahlbarer Wohnraum entstehen, entschuldigen wir uns für die Replik im voraus. Das ist aber nicht unser Thema.
Hartmut Dold
![]()
Winter im Mauerpark im März
Schnee, Schnee… Walzer im Mauerpark
Man war jetzt kurz versucht, die einschlägige Melodie anzustimmen. Aber das verkneifen wir uns lieber, um nicht als Freund der Volksmusik geautet zu werden. Rock all over the World! Aber es sind schon stimmige Bilder der weißen Unschuld, die alle erwartet, die im Mauerpark im gegenwärtigen Winter, oder ist es schon Frühling, dort spazieren gehen. Der Dreck und Müll der Saison ist weiß übertüncht. Und der zu erwartende Dreck durch Bagger und Baufahrzeuge, aufgerissene Straßen und politische, juristische und verwaltungstechnische Usancen ist noch weit weg. Der Ehrlichkeit halber muss gesagt werden, dass dieses Szenario erst 2014 Wirklichkeit werden wird. Bis dahin dürfen brave oder renitente Bürger das Gelände südlich des Gleimtunnels mitgestalten. Ob das Schneegrillen Ende März noch erfunden wird, darf bezweifelt werden. Also schlittern wir weiter über ungeräumte Straßen zur Arbeit, in der Hoffnung einen Sturz zu vermeiden, und wenn doch, den zuständigen Verursacher ausfindig zu machen und verklagen zu können. Besser wäre eine rasche Wetterbesserung. Die ist hinsichtlich der Pläne um die Nordbebauung des Mauerparks gegenwärtig nicht zu erwarten.
Hartmut Dold
![]()
East Side Gallery ist Mauerpark. Occupy the Mauerpark!
Quo Vadis SPD – redet Jan Stöß Stuss?
Die Berliner SPD hat sich auf das Thema Wohnungsbau als Wahlkampfthema eingeschossen. Dagegen kann wenig eingewendet werden, im Gegenteil, dass ist eher zu begrüßen. Infolge des prognostizierten Zuzugs von mehr als 30.000 Neubürgern pro Jahr nach Berlin fehlen definitiv Wohnungen. Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist groß und eine Erhöhung des Mietspiegels wird das Ergebnis sein. Dadurch werden die Preise für Neuvermietungen weiter steigen. Deshalb fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen, auch im innerstädtischen Bereich. Dazu fällt Jan Stöß, dem Berliner Vorsitzenden der SPD ein, das Tempelhofer Feld und den Mauerpark zu bebauen. Aber welche Mietpreise werden aufgerufen werden und was ist mit den unschätzbaren Grünflächen Berlins, sieht man aus der Zukunft mal rückwärts. Die Pläne zur Bebauung des Mauerparks können wir nur fassungslos ablehnen. Das haben wir übrigens mit den SPD-Genossen in Pankow und allen übrigen Parteien in diesem größten Stadtbezirks Berlins gemein. Was ist mit dem Grünen Band, der Kaltluftschneise, und dem Kinderbauernhof als sozialem Leuchtturm? Ein bisschen mehr professionelles Wissen über den Mauerpark und Sensibilität gegenüber den Anwohnern und Bürgerinitiativen könnte nichts schaden. Coole Allgemeinplätze sind eher fehl am Platz. Sie widerspiegeln auch nicht die konkrete Faktenlage vor Ort. East Side Gallery ist Mauerpark. Occupy the Mauerpark. Im Sommer geht es los!
Hartmut Dold
![]()
Neue Austellung im REH
RE-MAKE//RE-USED
Unter diesem Motto eröffnete REH Kunst am 13.02.2013 seine erste Austellung nach der Winterpause im REH, der besonderen Ausstellungshalle mit Geschichte. In der Kopenhagener Straße 17 zeigen sieben Künstler ihre Installationen. Zu sehen sind Werke von Lars Bjerre, Syria Gied, Christian Henkel, Moritz Hirsch, Philipp Ricklefs, Marija Stankovic und Madeline Stillwell. Die aktuelle Ausstellung RE-MADE//RE-USED thematisiert die Umwandlung von Kulturmüll, von Gebrauchsutensilien oder anderer Baumaterialien zu Kunstwerken, die ursprünglich für eine andere Funktion vorgesehen waren oder in einem kunstfernen Kontext entstanden sind. Öffnungszeiten: Do/Fr./Sa. 14-19 Uhr und nach Vereinbarung
Hartmut Dold
![]()
Soll Pankow auf dem Klageweg gegen die Groth-Pläne vorgehen?
Der Mauerpark – juristische Bewertung der Bebauungspläne
Diese Frage stellte sich der Ausschuß für Stadtentwicklung und Stadtgrün der BVV Pankow unter der Leitung von Roland Schröder (SPD) am 14.03.2013 in einer öffentlichen Sitzung. Der Raum war zu klein und der Andrang groß, weil auch andere brisante Fragen auf der Tagungsordnung standen, auf die die Bürger eine Antwort wollten. Zum Thema referierte Prof. Schmidt-Eichstaedt, der eine klare Antwort gab: Warum wollen Sie die Machtfrage verlieren? Eine juristische Konterstrategie auf der Basis eines Gutachtens sei nicht zu empfehlen. Wenn überhaupt Einfluß genommen werden kann, dann über stadtplanerische Lösungen zusammen mit dem Bezirk Mitte. Er könne nur ein inhaltliches Eingreifen anraten nicht aber ein juristisches. Damit ist diese Messe wohl gelesen. Welche Argumente vorgebracht und welche Emfehlungen gegeben wurden, lesen Sie unter
Hartmut Dold
![]()
Der Protest gegen die Bebauung des Mauerparks erreicht den Wedding
Volles Haus in der Tortenwerkstatt
Ich traue meinen Augen nicht: keine freien Plätze mehr in der Tortenwerkstatt im Wedding beim Treffen am 11. März zum Thema Bebauung nördlich des Gleimtunnels. 50 bis 60 Leute könnten es sein, die echten Weddinger, auf die wir so lange gewartet haben. Sie sind wahrhaftig in der Überzahl und sie wirken auf mich so wissbegierig, betroffen und voller Tatendrang. Denjenigen unter uns Prenzlbergern, die schon seit 10 Jahren Bebauungspläne kippen, tut diese Frischbluttherapie besonders gut. Heiner Funken sagt, dass wir es gemeinsam schaffen werden, auch den 17. Bebauungsplan vom Tisch zu wischen. Tosender Applaus. Na, da kommt noch was!
Text und Foto von Jutta Stern
![]()
Der Mauerparkvertrag – eine historische Replik
Die satanischen Verse des Mauerparkvertrags
In Sure 53, Vers 19f des Korans, verläßt angeblich der Religionstifter des Islams unter dem Druck seines Stammes, der Koreisch, kurzzeitig den Alleinstellungsanspruch im Schrein um den schwarzen Stein der Kaaba für nur einen Gott, zu Gunsten weiter drei weiblicher Untergottheiten (den erhabenen Kranichen), deren Vergötterung für den Stamm bares Geld bedeutete. Das hat er dann unverzüglich berichtigt, indem er aufschreiben lies: Diese Verse hätte ihm der Satan eingeflüstert. Irgendwie haben es die Verse in die historische Überlieferung geschafft, (At-Tabari) und ein Schriftsteller hat dies zum Thema eines zu Recht umstrittenen Romanes gemacht. Welcher Satan dem Senat und dem Stadtbezirk Mitte den Mauerparkvertrag eingeflüstert hat, bleibt noch ein offenes Geheimnis. Ein Widerruf ist derzeit leider nicht zu erwarten. Fakt ist: Die Vergötterung vermeintlicher Investoren in Berlin durch Verantwortungsträger im Senat nimmt langsam quasi-religiöse Züge an. Aber vielleicht ist es auch nur Bequemlichkeit der Behörden, wenn der Investor die Bebauungspläne selber schreibt. Leider leisten dem diverse Novellierungen der Baugesetzgebung seit 1990 erheblichen Vorschub. Der neue monotheistische Gott heißt: Das Land Berlin braucht neue Wohnungen! Dagegen will ja keiner etwas einwenden. Aber wo, unter welchen Bedingungen und mit welchen Zielen, mit welchen Wirkungen für die Umwelt und für die Geschichte der Stadt, und zu welchen Mietpreisen gebaut wird – darüber möchten die Bürger Bescheid wissen. Im Falle Mauerpark wird getäuscht, getrickst und gemauert, wie auch auf anderen Großbaustellen in Berlin. Das hat der Religionstifter den Berliner Entscheidern voraus. Er hat seine teuflischen Einflüsterer besiegt und sich nicht beugen lassen. Dafür mußte er Mekka verlassen und von Medina aus die Revolution organisieren. Davon ist Berlin weit entfernt – zeitlich und inhaltlich. Auch von Potsdam ist nichts zu erwarten und Medina ist weit.
Hartmut Dold
![]()
Mitgliederversammlung des Bürgervereins Gleimviertel – Mauerpark
Neue Ansätze
Am 7. März 2013 fanden sich die Mitglieder des BV Gleimviertel zu ihrer Jahresversammlung im Kieztreff Kopenhagener Straße 50 ein. Darüber werden wir noch berichten. Ein Tagesordnungspunkt unter anderen war: Wie geht’s weiter mit dem Mauerpark? Sehr erfreulich: Die drei Innitiativen Weltbürgerparkstiftung (S. Kolllitz), Freunde des Mauerparks (A. Puell) und Bürgerwerkstatt (R. Krüger) hatten ihre Sprecher entsandt, übrigens auch Mitglieder des Bürgervereins, um auf Bitte des Vorstands, ihre Sicht der Dinge darzulegen und über den aktuellen Stand zu berichten. Dabei gab es jedenfalls im Ton und in dem Ziel, die Pläne des Investors Groth im Norden zu verhindern, mehr Schnittmengen als in der Vergangenheit. Das war schon auf der Stadtausschusssitzung Mitte am Vortag zu spüren und fiel einigen Anwesenden durchaus auf. Was ist das Fazit? 1. Es gibt einen kleinen gemeinsamen Nenner (J. Stern) und der heißt: Verhinderung der Bebauung des Mauerparks nördlich des Gleimtunnels. Die Pläne der Groth-Gruppe müssen vom Tisch! Sollte dieser Nenner zugunsten einer nicht erwartbaren lockeren Bebauung durch eine Initiative verlassen werden, werden die Brücken über die Gräben wieder verbrannt. 2. First things first. Frei übersetzt: Was man gleich tun kann, sollte man auch anpacken. Damit ist der südlich des Gleimtunnels gelegene 3 ha große Teil des Mauerparks gemeint, der für Baurecht im Norden und gegen Zahlung etlicher Millionen an die Immo AG herausgerückt wurde. A. Nelken und R. Krüger sprachen von einer Aneignungsstrategie und dem Schaffen von Tatsachen, wodurch verhindert werden soll, dass das Gelände, sollte der Investor im Norden kein Baurecht erhalten, zum Schaden der Bürger und Berlins, rückabgewickelt werden kann. Der Mauerparkvertrag, ein Dokument unsäglicher Schlamperei seitens der zuständigen Verwaltungen gibt das leider her. Über diese Strategie und ihre Umsetzung müssen die Initiativen weiter reden und dann handeln! Einmal nachtreten bitte! Vergleicht man einmal eigentlich Unvergleichliches, wie die Ausschusssitzung von Mitte am Vortag und die Mitgliederversammlung des Bürgervereins Gleimviertel e.V. trotzdem, muß eimal nachtreten erlaubt sein. Während sich Ausschussvorsitzender F. Bertermann in bekannter Manier im Stile eines Richters an einem County Gericht in Texas gerierte und Baustadtrat K. Spallek demonstratives Desinteresse verbreitete, ging es im Bürgerverein trotz stringenter und ergebnisorientierter Versammlungsleitung durch S. Krauskopf anders zu, obwohl auch hier kontrovers diskutiert wurde. Letzendlich sind Beides aber Formen einer Bürgerdemokratie, einer repräsentativen und einer direkten.
Hartmut Dold
![]()
Kurzer Bericht von der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Mitte am 06.03.2013
Ein Termin, den man sich schenken konnte
Warum der Ausschußvorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Mitte, Frank Bertermann(GRÜNE), auch die Bürgerinitiativen eingeladen hatte, bleibt sein Geheimnis. Hat er doch am Ende der halben Stunde zum TOP Mauerpark erklärt, es gehe lediglich um eine Unterrichtung der Mitglieder des Ausschusses durch einen Vertreter der Groth-Gruppe bzw. durch Klaus Groth selbst. Dem entsprechend wurde den Initiativen nur eine Redezeit von 2 mal 5 Minuten eingeräumt, die von R. Funken und R. Krüger genutzt wurde. Auch A. Puell von den Freunden des Mauerparks durfte noch drei Sätze sagen, weil gemurrt wurde. Klaus Groth selbst konnte nicht sprechen. Es hatte ihm die Stimme verschlagen. Das lag aber nicht am Gegenwind der ihm entgegenschlug. Er hat’s mal versucht, aber die Stimme war wirklich weg. Auf die Vorstellung der Groth Pläne einzugehen lohnt nicht. Sie waren aus der Pressekonferenz letzter Woche bereits bekannt und sind hinlänglich medial aufbereitet worden. Interessanter war es schon, Klaus Groth leibhaftig kennenzulernen. Eigentlich wirkte er wie ein freundlicher weiß-grau melierter älterer Herr mit dem man gerne einen Kaffe oder Tee trinken würde. Wenn da nicht seine Pläne wären! Und seine Geschichte als Baulöwe. Für den Beobachter waren schlußendlich folgende Dinge intereressant: Weltbürgerparkstiftung, Bürgerwerkstatt und Freunde des Mauerparks waren sich seit langem mal wieder einig in der Ablehnung der Pläne. Das fiel sogar S. Diedrich von der Linksfraktion auf, der das mit der Bemerkung quittierte: „Jetzt spricht die Bürgerbewegung wieder mit einer Stimme“. Neue Argumente konnten in der Kürze der Zeit kaum vorgebracht werden. Allerdings wurden Fragen nach Plänen zu einer Safty Ärea oder Gated Community gestellt, über die wir bereits berichtet haben. H. Funken hat man schon inhaltlich stärker und engagierter gesehen. Aber es war wohl nicht das richtige Podium. R. Krüger wirkte wie ein enttäuschter Liebhaber, der von seiner Freundin verlassen wurde. Argumentativ war er stärker. Er sprach für die Menschen des Brunnenviertels, und gegen die Bebauungspläne die, sollten sie denn verwirklicht werden, nicht zu einer sozialen Durchmischung sondern zu einer Entmischung führen würden. Leider konnte wir unsere Frage nach dem historischen Hintergrund des Baugebiets und der sich daraus ergebenden Verantwortung an den Investor nicht stellen, weil nicht angemeldet. So ist das eben in der gelenkten Demokratie mit ihren Geschäftsordungsvorschriften. Ach ja – faßt hätten wir’s vergessen. Die BVV Mitte habe eine öffentliche Veranstaltung zum Mauerpark beschlossen, so Frank Bertermann. Hoffentlich findet die vor Abschluß des Bebauungsplanverfahrens statt. Da drücken Bezirksamt Mitte und Senat nämlich mächtig auf’s Gas.
Hartmut Dold
![]()
Mauerpark – wichtige Termine, Fakten und Ungereimtheiten
einfache Fragen – einfache Antworten?
Am 06.03.2013 tagen die BVV Pankow und Mitte gleichzeitig. Wahrscheinlich wird letztere spannender, will doch Klaus Groth hier seine Baupläne für das Baufeld Nord des Mauerparks den Bezirksvertretern verkünden. Allerdings: Was will er Neues vorstellen außer seine Skizzen aus der Pressemappe. Vielleicht hat er sich inzwischen informiert und weiß, dass es im Kinderbauernhof auch Tiere gibt, die riechen und Geräusche von sich geben. Es gibt auch andere Informationen, die er im Hinterkopf haben sollte. Das zu explorierende Gebiet liegt teilweise auf dem Gelände des ehemaligen Hauptwirtschaftslagers der SS. In ihm arbeiteten bis zu 100 KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Lichterfelde. Und: Von dem Güterbahnhof der Nordbahn, auf dessen Gelände gebaut werden soll, sind Berliner Juden, auch aus dem Gleimviertel, in die Vernichtungslager deportiert worden. Aber auch die BVV Pankow ist nicht ohne. Hier sollen ebenfalls einige Beschlüsse gefaßt werden, die die Erschließung im Norden über Pankower Gebiet verhindern sollen. Weitgehend unbeachtet bisher: Bereits im November 2012 hat das Bezirksamt Pankow eine Sachverständigenfirma für Baurecht um ein Rechtsgutachten ersucht, um gegen die Nordbebauung des Mauerparks mit juristischen Mitteln vorgehen zu können. Am 06.12.2012 erfolgte die ernüchterne Antwort: Ein Rechtsgutachten wäre im Sinne Pankows wenig hilfreich, weil anfechtbar. Deshalb gab es nur eine Stellungnahme mit folgender Argumentation: Weder gegen die hohe GFZ von 1,7 noch gegen die enge Randbebauung gegenüber dem Kinderbauernhof wären juristische Gegenargumente durchsetzbar. Statt dessen müsse Pankow vor allem seine Hausaufgaben machen und die B-Pläne IV-43 und IV-45 rechtskräftig abschließen. Dann wären die gesetzlichen Grundlagen besser. Eine Ohrfeige? Wird die Mauerparkbebauung von der politischen Ebene auf die rechtliche gezogen, stehen Sieger und Besiegte jetzt schon fest. Drucksache VII-0193 (PDF,92KB)
Hartmut Dold
![]()
Mauerpark – Schlupfloch gefunden!
Das Baugesetz – ein Schlupfloch durch die Hintertür?
Jens-Holger Kirchner (Grüne), Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt hat das Schupfloch entdeckt, das es schon jetzt dem Senat erlaubt, das Planungsverfahren um die Nordbebauung des Mauerparks an sich zu ziehen, sollte doch noch jemand in Mitte aufmucken. Bisher sind sie ja Dank einer großen Koalition gleichgeschaltet. SPD und CDU Hand in Hand. Das Schlupfloch verbirgt sich im § 7 AGBauGB. Demnach kann schon jetzt bei dringendem Gesamtinteresse Berlins ein Eingriff des Senats in Bebauungspläne erfolgen z.B. bei: – übergeordneten Standorten des Gemeinbedarfs – Wohnungsbauvorhaben über 500 Wohneinheiten Das passt doch in Bezug auf den Mauerpark. Da braucht man doch gar nicht mehr den für alle Fälle nachgeschobenen Beschluß der SPD-Spitze vom Januar mit dem schönen Titel Berlin–Stadt des Aufstiegs, in dem das Gleiche gefordert wird. Die Bezirke wird’s nicht freuen. Müssen sie doch ein weiteres Stück Gestaltungshoheit abgeben. Viel haben sie sowieso nicht. Und was ist mit der örtlichen Bürgerbeteiligung? Bestenfalls kann sie mit einer Bürgerwerkstatt und mit Moderationsverfahren unter Mithilfe örtlicher Parteipolitiker in genehme Bahnen gelenkt werden. Eine Bürgerbeteiligung light. Wenn die dann auch noch bockig werden und die Pläne der Groth-Gruppe ablehnen, wie alle anderen Bürgerinitiativen schon seit langem, muß Plan B her. Und damit ist nicht der Bebauungsplan gemeint.
Hartmut Dold
![]()
Mauerpark zwischen Parabel und Wirklichkeit
Ein Beitrag zum Thema Gewaltfreie Kommunikation
Frank Möller hat den Kampf um einen unbebauten Mauerpark mit seinem Vergleich zwischen Wolf und Schaf und seiner Replik über gewaltfreie Kommunikation auf eine Metaebene gehoben, die allergrößten Respekt verdient. Vielleicht sind ihm etwas die Pferde durchgegangen. Das ist aber angesichts der Lage um die unfasslich arroganten Groth-Pläne zur Bebauung des Nordfeldes des Mauerparks nachvollziebar. Grundsätzlich hat er Recht. Nur historisch und textkritisch muss etwas nachgebessert werden. Zwischen der Äsopschen Fabel und der Fassung von La Fontaine, gibt es zur Lessingschen Interpretation einen Paradigmenwechsel. Bei Äsoph und La Fontaine befand sich das Lamm in der totalen Opferrolle. Die Argumente waren auf seiner Seite. Aber es herrscht das Recht des Stärkeren. Egal was es in unterwürfigem Ton vorbrachte – sein Ende war vorbestimmt. Es wurde gefressen. Dem gegenüber betont Lessing in seiner Parabel, und unter dem Licht der Aufklärung, die Unabhängigkeit beider durch einen Fluß getrennter Bereiche. Der Zugriff des Wolfes kann nicht sofort erfolgen. Das Lamm wähnt sich auf Augenhöhe und verhöhnt den Wolf. Der Wolf bewahrt Fassung und knirrscht mit den Zähnen, weiß er doch, irgendwann kriegt er das Lamm. Wenn nicht heute, dann später. Er ist sich seiner Stärke sicher. Aber seit der Aufklärung sind etliche Jahrhunderte ins Land gegangen. Offiziell leben wir jetzt in einer parlamentarischen Demokratie und in einem Rechts- und Sozialstaat. Es gilt die Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative. Aber darüber hinaus gibt es auch zunehmend bürgerschaftliches Engagement in Bürgervereinen und Initiativen außerhalb und unabhängig von der repräsentativen Politik. Da kann wenigstens das Lamm überleben, wenn es dem Wolf gelingt, den Fluß zu überqueren. Er hat seine Spitzel schon ausgesandt. Ob es dann im metaphorischen Sinne gefressen wird, oder ihm kärgere Weiden zugewiesen werden, bleibt abzuwarten. Im Augenblick blökt es noch lautstark und vernehmbar. Wenn die Herde wächst, kann sie besser gehört werden, eventuell auch vom Hirten und seinem Hund. Dann kann sich der Wolf nur den verfilzten Pelz waschen!
Hartmut Dold
![]()
Kurze Analyse der Pläne und Skizzen der Groth Gruppe zum Mauerpark
Erste Auswertung
Beschäftigt man sich etwas intensiver mit den von der Groth Gruppe vorgelegten Plänen und Skizzen, kann man ohne Architekt oder Bauplaner zu sein, folgende Schlußfolgerungen ziehen: 1. Baustellenerschließung Die Baustellenerschließung des zukünftigen Baufeldes im Norden des Mauerparks erfolgt entweder über den Gleimtunnel hinweg. Oder, wenn das aus statischen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich ist, über die Kopenhagener und Schwedter Straße, direkt über die Terrassen neben dem Kinderbauernhof mittels Sondergenehmigungen. Wie sollen sonst die tonnenschweren Baukräne ins Baugebiet gebracht werden, ohne das sie mit dem Haubschrauber einfliegen. 2. Auffahrt zum Wohngebiet Die geplante Auffahrt für Autos oder Zulieferfahrzeugen, BSR oder Ähnlichem zum neuen Wohngebiet ist nur möglich, wenn ein Teil des Mauerwerks des Gleimtunnels von Weddinger Seite aus gesehen auf ca.15 Meter abgerissen wird. Das Ergebnis ist das Gleiche wie oben: Verbot des Teilabrisses durch die untere oder obere Denkmalschutzbehörde. Einzige Alternative demzufoge: Zuwegung über die Schwedter und/oder Kopenhagner Straße. 3.”Gated Community” Die Groth Gruppe hat die erste “Gated Community” in Ostdeutschland gebaut. Das Gelände ist vom Profil her ideal für eine zweite “Safety Area”. Wie hieß es noch auf der Pressekonferenz am Freitag: “Die Unterhaltung und Pflege des Quartiers erfolgt durch eine gemeinsame Dachgesellschaft”. Warum nicht auch durch einen privaten Wachschutz, der die wenigen Zugänge kontrolliert? Das ist international schon fast Standard für “bessere Quartiere”. Das sind jetzt natürlich nur Spekulationen und wilde Vermutungen. In der Mitte Berlins bestimmt nicht durchsetzbar? Allerdings: Die zu erzielenden Erlöse aus Mieten oder durch den Verkauf von Luxuswohnungen könnten gesteigert werden. Und das ist schließlich Ziel und der Beweggrund jedes Investors oder Bauspekulanten. 4. Zurück auf Los -Worst Case Die Pläne im Norden lassen sich nicht verwirklichen. Pankow wehrt sich gegen die Baustellenzufahrt. Eine rechtliche Überprüfung der Bebauungsplanung und des “Mauerparkvertrages” führt zu Prozessen, einstweiligen Verfügungen und Baustopps. Die Beseitigung der Altlasten in der Tiefbauphase wird zum Problem. Für die Kosten haftet ausschließlich Berlin. Dann tauschen wir eben das nördliche gegen das südwestliche Grundstück an der Bernauer Straße. Immo AG und Groth Gruppe Hand in Hand!
Hartmut Dold
![]()
Die Groth-Gruppe stellt ihre Pläne vor
Das Kleine und das Große Rad
Wer dreht am kleinem Rad, wer am Großen? Die „Bürgerwerkstatt und alle, die sich eingebildet hatten, Einfluß nehmen zu können, wenn die Dreher am Großen Rad ernst machen und wenn es um kalte Unternehmerinteressen und Millionen Gewinne geht, mußten klein beigeben. Aber hatten sie sich nicht schon vorher freiwillig davon verabschiedet, in die Planung der Nordbebauung des Mauerparks einbezogen zu werden? Es war doch eh schon allen klar, dass die „Bürgerwerkstatt“ nur Feigenblattfunktion hatte. Nun ist der Kaiser nackt und schämt sich. Weil er keine Kleider mehr hat protestiert er und zieht sich von den Bebauungsplänen zurück, um von seiner Blöße abzulenken. Geschenkt!
Am 15.02.2013 hat die Groth-Gruppe ihre Pläne für die Bebauung des Nordfeldes des Mauerparks im Bezirksamt Wedding vorgestellt. Es sollen 520 bis 530 Wohnungen mit einer Brutogeschoßfläche von max. 54.000 Quadratmetern entstehen. Damit bliebe man unter den letzten Planentwürfen. Das ist der Plan. In der Realität dürfen’s auch gerne einige Wohneinheiten mehr sein. Wer zählt nach?. Eigenartigerweise ist auf nebenstehender Skizze der Groth Gruppe rechts oben, im orange eingefärbten Bereich in der Bildmitte, eine GF von 62.000 Quadratmetern vermerkt. Bestimmt nur ein Versehen? Die Durchschnittsmiete soll bei 11,50 Euro Netto-kalt liegen, der Kaufpreis bei mindestens 3.500 Euro pro Quadratmeter. „Je die Hälfte der Wohnungen sind als Mietwohnungen an der Nord- bzw. Eigentumswohnungen an der Südseite des neuen Stadtquartiers vorgesehen.” Ende 2017 soll das neue Quartier stehen. kommen wir zum Thema soziale Durchmischung Wohnungsgesellschaften und Baugruppen, genossenschaftliche Wohnungen. So hatten die SPD-Abgeordneten in der BVV-Mitte im Juli vergangenen Jahres ihre Befürwortung des Projekts begründet. Klaus Groth sagt dazu: Kein Problem , sie sind eingeladen, wenn sie vom Land Berlin die nötigen Fördermittel mitbringen. Dreh- und Angelpunkt sei aber die öffentliche Förderung. „Ohne die geht es nicht.” Da kennt er sich aus! Das ist sein Geschäftsmodell! Die zuständige Investitionsbank Berlin-Brandenburg wurde schon genannt. Ermitteln da nicht gerade Staatsanwälte wegen Subventionsbetrug in einem anderen Fall? Was sieht der Plan der Groth-Gruppe noch vor? Zum Beispiel ein Heranrücken an den Kinderbauernhof auf 25 Meter. Damit ist die Idee vom „Grünen Band“ obsolet. Erschlossen werden soll das neue Wohnquartier allein über die Gleimstraße. „Sie werde auf sechs Meter Fahrspur und zwei Fußwege ausgeweitet und eine Ampel soll die Zufahrt regeln. Mehr Verkehr entstünde nicht, so Klaus Groth „Das neue Wohnquartier wird für den Fahrzeugverkehr ausschließlich über eine neue Straße von der Gleimstraße erschlossen.” Für Radfahrer und Fußgänger soll es einen Aufzug geben. „Die Unterhaltung und Pflege des Quartiers erfolgt durch eine gemeinsame Dachgesellschaft, an der alle künftigen Eigentümer beteiligt werden. Dadurch wird nachhaltig die Qualität der Gesamtanlage gesichert.” Träum weiter Klaus Groth mit samt Deiner Gruppe. Leben und Wohnen am Eisenbahndrehkreuz mit den “pfeiffenden Toastern” der S-Bahn und den Risiken und Nebenwirkungen in der Tiefbauphase. Das kann so nicht ernst gemeint sein! Ist es wohl auch nicht, oder?
Hartmut Dold
![]()
Kleine Anfrage – kleine Antworten zum Mauerpark
Ein Dokument von Ignoranz und Inkompetenz!
Weit über einen Monat Zeit gelassen hat sich Senator Müller, um auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten und Ausschußvorsitzenden für Bauen, Wohnen und Verkehr, Andreas Otto (Grüne) vom 20.Dezember 2012 zu reagieren. Stellvertretend hat darauf Christian Gaebler (SPD), Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt am 23.Januar 2013 geantwortet. Als Eingang beim Abgeordnetenhaus ist der 31.01.2013 vermerkt. Die Frage, die von Otto gestellt wurde hieß: „was kostet Berlin der Vertrag mit CA Immo am Mauerpark?“ Konkret könnte man antworten: Schlappe 6,4 Mio zunächst. Aber gemeint war ja wohl: Wie geht’s weiter und welche Kosten und Risiken kommen noch auf den Steuerzahler hinzu.
Hartmut Dold
![]()
Politik, Ökononie, Macht und Ohnmacht – Bürgerbeteiligung in Pankow
Der Ansatz
Allgemein bekannt und wenig umstritten gilt das Primat der Politik über die Ökonomie. Das ist auf makroökonomische Verhältnisse bezogen, also auf Staaten und ihre Volkswirtschaften und auf historische Entwicklungen. Die meisten philosophischen oder ökonomischen Schulen stimmen dem zu, auch wenn es berechtigte Einwürfe wegen totalitärem Mißbrauch gibt. Die große und die kleine Politik Aber gilt es auch für kleinteilige territoriale oder kommunale Belange? Man hat den Eindruck, dass in Berlin ökonomische Interessen privater Investoren die Politik determinieren, Ein Beispiel gefällig – gerne. Nein, wir holen nicht die große Keule heraus und kommen mit dem Großflughafen um die Ecke. Das wäre dann auch eher ein Versagen der Politik. Wir beschränken uns auf das Gebiet, dass wir überblicken und in dem wir zu Hause sind. Die Rede ist vom Gleimviertel im Prenzlauer Berg, jetzt zum Großbezirk Pankow gehörig. Pankow muß das Primat der Politik wieder durchsetzen Seit einiger Zeit versuchen die BVV Pankow und das Beziksamt das Primat der Politik wiederherzustellen. Aber leichtgemacht wird es ihnen nicht. Da gibt es Großinvestitoren, die den Mauerpark bebauen wollen, Wohnungseigentümer, die ihre Wohnungen im Rahmen eines Hotels als Ferienwohnungen verkaufen und dabei in Gesetzeslücken stoßen, um Gewerbe- und andere Steuern zu vermeiden. Und es gibt einige Beispiele wo Immobilienbesitzer mit brutalst möglichen Methoden Mieter, die hier seit Jahrzehnten wohnen, vertreiben ohne das gegen sie vorgegangen wird. Eine Schande!
Hartmut Dold
![]()
Vattenfall treibt Fernwärmetrasse Richtung Mauerpark
Sie sind schon auffällig, die Männer in den blauen Overalls mit der Aufschrift „Vattenfall“ am Revers. Zuletzt wurden sie in Höhe der Kopenhagener Straße 67-65 gesichtet. Offensichtlich sollen die Rohre der Fernwärmetrasse Richtung Mauerpark vorangetrieben werden. Parallel dazu, in der Gleimstraße ist, man schon weiter. Die Trasse reicht jetz bis an das einschlägig bekannte Haus Nr. 52, nur noch 100 Meter vom Gleimtunnel entfernt. Auch in der Ystader Straße wurde schon fleißig gebuddelt und zugebuddelt. Jetzt wird in der Körsörer Straße der Belag aufgerissen. Bis zu Nr.23 soll es gehen, in Steinwurfweite vom Mauerpark entfernt, vorerst. Damit wird eine Versorgung des Baufeldes Nord im Mauerpark mit Fernwärme von Vattenfall immer wahrscheinlicher und konkreter. Das war im städtebaulichen Vertrag („Mauerparkvertrag“) bereits so vorgesehen. In §7/Abs.1 heißt es: “Die Vertragspartner gehen davon aus, dass die Erschließung des Wohngebiets mit Elektrizität und Wasser sowie die Abwasserentsorgung durch die in der Gleimstraße und in der Schwedter Straße vorhandene Infrastruktur erfolgt. Sollte dies nicht der Fall sein, wird Berlin die zuständigen Versorgungsträger im Rahmen ihrer bestehenden gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtungen veranlassen, die Erschließung zeitgerecht sicherzustellen.” Und in §7/Abs./3: “Die Regelungen der Abs.1 und 2 gelten für Gas, Fernwärme und Telekommunikation entsprechend.” Es ist kaum zu glauben, dass sich Vattenfall dieses lukrative Geschäft entgehen lassen wird und die Politik ist dabei der kongeniale Partner. Aber wie wird der Anschluß des zukünftigen Baugebietes im Norden konkret erfolgen? Durch den Gleimtunnel, über den Kinderspielplatz, vor oder hinter dem Kletterfelsen von der Schwedter Straße aus? Es bleibt spannend und man sollte wachsam sein. Hintergrundinformationen
Hartmut Dold
![]()
Wohnen und Leben am Nordkreuz? – Worst Case!
Bisher wurde zumeist behauptet: Der nördlich des Gleimtunnels gelegene Teil des Mauerparks, der jetzt an die Groth Gruppe verkauft wurde, sei das Filetstück oder Sahnehäubchen für jeden Investor. Aber betrachtet man die Sache realistisch, kann man auch zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommen. 1. Lage Man braucht nur einen Blick auf Google Maps zu werfen, um zu erkennen, dass die Lage des neuen Baufeldes, im Norden des Mauerparks, am Gleisbett eines der größten Eisenbahn-und Nahverkehrsknotenpunkte Mitelleuropas liegt und nicht gerade 1a ist. Das Gegenteil ist eher der Fall. Die zum Gleisbett liegenden Gebäude werden von einer kaum unterbrochenen Lärmkulisse fahrender Zügen erfaßt. Darunter die berüchtigten pfeiffenden “Toaster” der S-Bahn. Dazu gibt es monotone Geräusche vom Stellwerk und von den Pumpen, die verhindern, dass das sehr tief gelegene Bahngelände unterflutet wird. Die Bewohner von Häusern gegenüber der Schwedter Straße werden sich auf Grund der engen Randbebauung von spielenden Kindern und dem Geruch, der vom Kinderbauernhof herüberweht, belästigt fühlen. Zur Weddinger Seite grüßt ein Bauriegel mit sozialem Wohnungsbau im Charm der 70-er Jahre und mit multikultureller Bevölkerungsmischung. 2. Gefährdungen Neben den S-Bahn und Fernverkehrszügen fahren auch Güterzüge bestimmten oder unbestimmbaren Inhalts am neuen Wohngebiet vorbei. Man kann nicht ausschließen, dass darunter Waggons mit brennbaren oder explosiven Flüssigkeiten ( Erdöl, Flüssiggas, Chemikalien) sind. Dann wäre eine Explosions- und Katastrophengefahr real. Die Bahn hat im Rahmen ihres Investitionsprogramms für das Nordkreuz bisher 230 Mio ausgegeben, davon 25 Mio für Sicherheitsmaßnahmen im Brandt- und Katasthrophenfall für die Tunnel. Das müßte normalerweise reichen. 3. Erschließung des Baugeländes und Realisierung der Baumaßnahmen Um 600 Wohneinheiten bauen zu können, braucht man bei einer Bruttogeschoßflächenzahl von 1,7 ca. 1 Mio t Beton. Aber wie sollen die dahin geschafft werden, wenn eine Zuwegung der Baustelle über das Gleimviertel ausgeschlossen sein soll. Die inzwischen „berühmte“ oder „berüchtigte“ Rampe an der Weddinger Seite des Gleimtunnels kann nur über einen Teilabriss des denkmalgeschützten Gleimtunnels erfolgen. Das ist seitens der Oberen Denkmalschutzbehörde kaum genehmigungsfähig. 4. Parksituation und und Autoverkehr Auf Grund der Geländestruktur ist völlig ungekärt, wie private PKW in die Nähe ihrer Wohnungen kommen sollen. Das Baufeld ist eng. Der Besitzer einer teuren Eigentumswohnung wird sich kaum darauf einlassen, ein Parkhaus gegenüber der „Rampe“, wie von der Bürgerwerkstatt vorgeschlagen, zu benutzen, wenn 10-20 minütige Fußmärsche erforderlich sind, um an sein Auto zu kommen. 5. Juristische Unwägbarkeiten im Bebauungsplanverfahren und mit dem östlichen Nachtbar Pankow hat planungsrechtliche und juristische Möglichkeiten die Erschließung des Baufeldes und die Anbindung der Infrastruktur von der Schwedter oder Gleimstraße aus, wie eigentlich im städtebaulichen Vertrag vereinbart, zu verhindern. Entsprechende Beschlüsse wurden von der BVV Pankow verabschiedet. Allerdings hat der Senat meist Gelegenheit das Verfahren an sich zu ziehen und die Maßnahmen seinen Senatsverwaltungen zu übertragen. 6. Risiken und Nebenkosten Die Exploration des zukünftigen Baugebiets im Norden ist mit heftigen Risiken und Nebenwirkungen für das Land Berlin behaftet. Die Erschließung des ehemaligen Bahngeländes, über das 2 Weltkriege hinweggegangen sind, und von dem auch ab 1944 die Deportation Berliner Juden in die Gaskammern erfolgte, ist von Altlasten und Neulasten durch den Betrieb von Gewerben wie KFZ-Reparaturwerkstätten, Chemie- und Baustoffhandel, etc. bedroht. Aber die Juristen der Immo AG waren clever genug, diese Lasten Berlin überzuhelfen. Aus dem städtebaulichen Vertrag: § 5/Abs.6: “Berlin hatte ausreichend Zeit und Gelegenheit den Erwerbsgegenstand auch auf schädliche Bodenveränderungen … zu untersuchen. Das Risiko des Vorhandenseins schädlicher Bodenveränderungen und von Altlasten trägt allein Berlin. Berlin stellt … CA Immo und deren Rechtsvorgänger im Eigentum von jeder Haftung nach BbodSchG, WHG oder KrW-/AbfG frei. Berlin stellt CA Immo und deren Rechtsvorgänger von sämtlichen Ansprüchen einschließlich Ausgleichsansprüchen nach §24 Abs.2 BbodSchG frei.” Also: Die Zeche bezahlt in jedem Fall Berlin! 7. Schlußfolgerungen: Das Filetstück war nie der Norden, sondern immer der Teil an der Bernauer Straße. Den besitzt allerdings immer noch die Immo AG, die mit der Groth Gruppe in letzter Zeit Hand in Hand zusammengearbeitet hat. Die juristische Lage erlaubt die Rückabwicklung des Verkaufs des Nordfeldes, wenn das B-Planverfahren scheitert. 8. Ist nicht folgendes Szenario denkbar? Im Zuge der bautechnischen Erschließung des Nordfeldes und durch Bodenuntersuchungen wird festgestell, dass sich die Beseitigung der Altlasten im 2-stelligen Millionenbereich beläuft. Dafür haftet nach Vertrag ausschließlich Berlin. Das kann und wird Berlin nicht bezahlen wollen. Folgendes Tauschgeschäft wird angeboten: Rückabwicklung des Norddeals im Tausch gegen das Südgelände an der Bernauer Straße, um das Land Berlin vor Schaden zu bewahren. Die bekannten Argumente mit der Zwangslage. Der Investor verspricht dann auch noch: Neben einer Kita eine oder wenn nötig noch eine weitere Schule bauen zu wollen. Die zustandige Senatswerwaltung ist hocherfreut und alle Bürgerbeteiligten der letzten Jahre wären am Nasenring vorgeführt. Bestimmt nur eine Fiktion! Aber sorgen darf man sich doch?
Hartmut Dold
![]()
Infoabend der Bürgerwerkstatt–Bürgerbeteiligung als Kaffekränzchen?
Wer immer der Meinung war, eine Werkstatt sei etwas Nützliches, in der etwas hergestellt oder repariert wir, in der Fachkräfte am Werk sind, und wo man am Ende ein Produkt oder eine Dienstleistung erhält die wertig ist, wurde am Infoabend der „Bürgerwerkstatt“ am 31.01.2013 in der Ernst Reuter Schule im Brunnenviertel eines Besseren belehrt. Bürgerbeteilung light in gelenkten Bahnen. „Von hier bis dort und nicht weiter”. Das rote Feld im Norden wird nicht diskutiert und angetastet und im hellgrünen und orangenen Feld Richtung Bernauer Straße hat noch immer die Immo AG die Hand drauf! Wer sich damit zufrieden gibt ist selber Schuld und braucht sich später nicht zu beschweren. Und wer als Bürgerbeteiligung versteht, darüber mitreden zu dürfen welche Baumarten in wievielen Reihen oder einzel geflanzt werden, ob die Wege gerade oder krumm sein sollen, wo ein Rondell oder Teehaus entsteht – bitte schön. Es steht jedem frei.
Hartmut Dold
![]()
Neue Informationen zum Mauerpark
Jetzt muß man ganz vorsichtig sein, um sich nicht in Mutmaßungen zu ergehen oder abgemahnt zu werden. Die Skandale um Berliner Baufilz füllen viel zu viele Seiten Papier von abgeholtzsten finnischen Wäldern. Wie die Prenzelberger Stimme am 24. Januar 2013 berichtet, wurde bereits am 20.Juli 2012 der nördlich des Gleimtunnels gelegene Teil des Mauerparks an die Groth Gruppe verkauft. Das wirft neue Fragen auf und rückt die auffälligen Aktivitäten von Karsten Spallek, Baustadtrat von Mitte (CDU) im Sommer 2012 in ein neues Licht. Aber daran müssen auch noch Andere beteilig gewesen sein, z.b. Christian Gaebler, SPD Staatssekretär für Stadtentwicklung und Umwelt. Ob man sich in Mutmaßungen über den Großspender Klaus Groth ergeht, bleibt jedem selbst überlassen. Aber irgendwie riecht’s muffig. Und noch eine Pikanterie. Im neuen Positionspaper der SPD “Berlin – Stadt des Aufstiegs” wird gefordert, der Senat solle “Bebauungsplanverfahren mit einer Zahl von über 500 Wohneinheiten grundsätzlich an sich ziehen”. Die Planung liegt bisher bei den Bezirken und auch die Bürgerbeteiligung an B-Planverfahren. Im nördlichen Teil des Mauerparks würde diese Regelung greifen und die Bürgerwerkstatt eine Farce. Aber da sind ja noch die Bezirke und die BVV vor und die werden sich ja wohl wehren. Noch ist nichst beschlossen und deshalb auch nicht Regierungsprogramm, aber Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit schadet nicht. Der Rest bleibt den Verschwörungstheoretikern!
Hartmut Dold
![]()
Kop 67 – der letzte Akt?
Über die Kopenhagener Straße 67 und auch über das gegenüberliegende Haus Nr.13 haben wir schon berichtet. Nachdem pünktlich zu Anfang der Frostperiode Mitte Dezember die Bauarbeiten wieder aufgenommen wurden, haben die letzten Mieter aufgegeben. Inge Bergk, die taffe 78-jährige Rentnerin hat sich im Herbst nach einem Sturz den Oberschenkelhals gebrochen und ist ins Krankenhaus gekommen. Wir hoffen, sie lebt wohl bei Ihrer Tochter, denn in ihrer Wohnung war seit dem kein Licht mehr zu sehen. Ob ihre Katze “Mulli” noch lebt ist unbekannt, sie besitzen bekanntermaßen ja mehrere Leben und Ratten gibt es genug. Was aus Frau Ospelt und Herrn Ebert geworden ist, wissen wir nicht. Hoffentlich haben sie wenigstens noch eine akzebtable Abfindung verhandeln können. Seit dem räumen Männer das Haus leer, meist zu zweit. Ihr Nettoverdienst würde uns interessieren, aber es gibt Verständigungsschwierigkeiten. Auf dem Hof türmt sich Schutt und im Hausflur hängen Briefkästen, sofern noch vorhanden, aus ihren Angeln. Dafür gibt es zwei große Schuttcontainer vor der Haustür und seit dem neuen Jahr hängt ein großes Bauplakat an der Fassade, auf dem die Immobilienfirma Ziegert verkündet: „Hier enstehen Eigentumswohnungen und Gewerbeeinheiten“. Erste Interessenten, die auf dem Hof gestikulierend Pläne diskutierten, wurden auch schon gesichtet. Die neuen Eigentümer. Sie haben es wiedermal geschafft! Apropos Bauplakat: Lift, Balkone und Terassen? War da nicht kürzlich mal was?
Hartmut Dold
![]()
Hoffnung für Mieter?
Reißleine gezogen
Die BVV Pankow hat sich zu ihrer sozialen Verantwortung bekannt und will der Gentriezifierung Einhalt gebieten. Nachdem zwischen 60 und 70 Prozent der alteingesessenen Bürger im Prenzlauer Berg wegen zu hoher Mieten weggezogen sind, hat nun die BVV Pankow die Reißleine gezogen. Ob es ein Luxusverbot ist, wie andere Medien behaupten , sei dahingestellt. Jedenfalls soll sichergestellt werden, dass unnötige und nur an der Rendite oriertiete Luxussanierungen Außen vor bleiben. Die Beurteilung ist naturgemäß vom Interessenstandpunkt abhängig. Bin ich Vermieter oder Mieter. Die politischen Interessenvertreter auf Bezirksebene müssen Beides im Auge behalten. Was heißt Bezirksebene? Es geht hier um die Belange und die soziale Infrastruktur einer Großstadt. Pankow hat gegenwärtig rund 371.000 Einwohner mit stark steigender Tendenz und ist damit der bevölkerungsreichste Bezirk Berlins; auch flächenmäßig liegt man vorn an 2.Stelle.
Hartmut Dold
![]()
t&c Appartments – Mietwohnung oder Hotel?
Fragen über Fragen
Sie sind schon auffällig, die vielen Mitbürger, die in der Kopenhagener Straße Trollys der verschiedendsten Bauart hinter sich herschleppen. Nicht nur aber auch dafür verantwortlich: t&c Appartments in der Kopenhagener Straße 72, die hier und in angrenzenden Straßen über 30 Ferien-Appartments vermieten. Was heißt vermieten? Besucht man die einschlägigen Internetportale wird t&c Appartments als 4 Sterne Hotel vorgestellt und beworben. Also was nun? Hotel oder Mietwohnung? In den AGB des Unternehmens heißt es unter §1: „Ziel ist die „ Vermietung von Appartments und Ferienwohnungen … der Mietvertrag wird mit der Schwartz Immobilienservice Einzelunternehmen von Elfie Schwartz befristet und nach Tagen bemessen abgeschlossen.” Und in den FAQ (häufig gestellte Fragen) wird ausgeführt: „ t&c apartments Hotel oder Ferienwohnung? t&c apartments bietet Ihnen hauptsächlich Ferienwohnungen und Apartments in privater Wohnatmosphäre.“ Aha, also Mietwohnungen, die als Ferienwohnungen quasi als Hotelzimmer mit Wäscheservice und anderen Annehmlichkeiten, die einem Hotel entsprechen, vermietet werden? Gibt es dafür Genehmigungen oder braucht man die gar nicht?
Hartmut Dold
![]()
Nördlicher Teil des Mauerparks an die Groth Gruppe verkauft
Wer an den Weihnachtsmann glaubt hat in der Regel einen christlichen Hintergrund und ist zumeist ein Kind. Wer an Geschenke vom Weihnachtsmann in der Immobilienbranche glaubt ist naiv. Dafür sind andere zuständig. Wie die Berliner Zeitung bereits am 21.12.2012 zu vermelden wußte, ist knapp 1 Woche nach dem Spatenstich zur Erweiterung und Bebauung des Mauerparks, der nördlich des Gleimtunnels gelegene Teil von der Immo AG an die Groth Gruppe verkauft worden. Über den Kaufpreis ist bisher nichts bekannt und wird es wohl auch nicht. Über den neuen Bauherrn und Investor schon einiges. Das gilt auch für den Weihnachtsmann. Es ist der Legendenbildung nach der Heilige St.Nikolaus, in Myra im 4.Jh. n.Chr. wirkend. Leider wurden seine Gebeine von italienischen Piraten während der Kreuzzüge nach Bari verschleppt und dort verehrt. Auch ein gewinnbringendes Geschäft.
Hartmut Dold
![]()
Spatenstich zur Erweiterung und Bebauung des Mauerparks
Am 8.12.2012 hat die Pressestelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Einladung für Mittwoch den 12.12 verteilen lassen, in der um 14:00 Uhr zum Auftakt der Erweiterung des Mauerparks eingeladen wird. Die Einladung galt den Vertretern der „Bürgerwerkstatt“ und erfolgte von der als „Mediator“ auftretenden GbR „Seebauer, Welfers und Partner“. Andere Bürgerbeteiligte blieben außen vor. Die Einladung hat folgenden Wortlaut: Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich sehr, sie im Rahmen eines offiziellen Pressetermins am 12.12.2012 zum Auftakt der Erweiterung des Mauerparks einzuladen. Der Städtebauliche Vertrag zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, dem Bezirk Mitte und der CA Immo konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Bis zum Jahr 2016 wird der Mauerpark eine Fläche von rd. 13 ha umfassen und eine grüne Verbindung zwischen den Bezirken Pankow und Mitte geschaffen. Kurzfristig wird der seit langem von den Anwohnenden geforderte Zugang vom Brunnenviertel in den Mauerpark hergerichtet. Mit der Enthüllung eines Bauschilds möchten wir diesen ersten Schritt am 12.12.2012 begehen. Treffpunkt ist der zukünftige Eingang Lortzingstraße, der symbolisch an diesem Tag geöffnet sein wird. Folgende Redebeiträge sind vorgesehen: – Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Herr Müller – Bezirksstadtrat Bezirk Mitte, Herr Spallek – Allianz Umweltstiftung, Herr Dr. Spandau – CA Immo, Herr Thomsen – Bürgerwerkstatt „Mauerpark fertigstellen“, Herr Prof. Krüger Die Veranstaltung beginnt um 14:00 Uhr und wird voraussichtlich um 15:00 Uhr enden. Der zukünftige Eingang zum Mauerpark liegt am Ende der Lortzingstraße, in der Nähe des Hauseingangs Lortzingstraße 22, 13335 Berlin. Mit freundlichen Grüßen Daniela Augenstein Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – 10707 Berlin PressRef” P.S. Wir fühlen uns auch eingeladen, denn der Park gehört den Bürgern.
Hartmut Dold
![]()
Kopenhagener 13
1979 wurde in der Kopenhagener Straße 13 der Film „Solo Sunny“ gedreht. Neben der „Legende von Paul und Paula“ wohl einer der Kultfilme der DDR. Ende 2012, also 33 Jahre später, spielt ein anderer Film, dessen Hauptdarsteller das Haus selber ist. Während die letzten Jahre genutzt wurden, die Mieter zu vertreiben und das Haus leer zu räumen, steht ab Früjahr dieses Jahres der Baubetrieb still. Ein Tor zum Innenhof wurde noch angebracht und die Fenster sind erneuert und geben mit ihrer blauen Schutzfolie ein eher surrealistisches Bild ab. Ob es an der Unglückszahl 13 liegt, am Standort, an Finanzierungsproblemen oder am Zoll – die Baustelle scheint jedenfalls, wirft man einen Blick durch die Fenster ins Innere, überraschend schnell verlassen worden zu sein.
Hartmut Dold
![]()
Großer Mauerpark ade?
Jetzt ist er öffentlich, der Entwurf des städtebaulichen Vertrags zwischen dem Land Berlin und der CA Immo, die den Mauerpark nördlich des Gleimtunnels mit einer Vielzahl von Wohnungen bebauen will. Die Taz hat den Vertrag veröffentlicht, alle Details können gefunden werden unter http://www.taz.de/Kuhhandel-mit-Grundstuecken/!105033/, auch erste Kommentare aus der Politik und eine erste (klägliche) Stellungnahme der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Beim Lesen des Vertrages bleibt einem die Luft weg: Alle Vorteile liegen beim Investor, alle Nachteile beim Land Berlin. Schlimmer geht es nun wirklich nimmer.
![]()
Die Kopenhagener Straße IX – Mietspiegel, Kultur und Kunst
Die Kopenhagener Sraße liegt nicht in einer „bevorzugten Citylage“ im Sinne des Berliner Mietspiegels, so urteilte vor kurzem das Amtsgericht Mitte. Eine bevorzugte Citylage ist gegeben, wenn es sich um eine besonders attraktive Lage handelt, die aufrund ihrer Bekanntheit oder Historie, ihrer Sehenswürdigkeiten, ihrer Kultureinrichtungen und Einkaufmöglichkeiten eine überregionale Bedeutung hat und auch von Touristen aufgesucht wird. Die Gegend sei kein Touristenmagnet und biete keinerlei besondere Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen. Das kann man auch anders sehen, für die Mieter ist das jedenfalls keine schlechte Nachricht.
Hartmut Dold
![]()
Wem gehört die Stadt?
Wem gehört Berlin?
Diese immer öfter gestellte Frage ist auch im Gleimviertel aktueller den je. Gehört sie den Bürgern, die hier leben, Familien gründen und in Würde alt werden wollen, die mit ehrlicher Arbeit ihr Einkommen erzielen und Steuern bezahlen, oder Spekulanten und ihren Helfershelfern aus der Politik. Was haben wir von schönen Fassaden im Jugendstil, Aufzügen, die zahlungskräftige Mieter an anderen Mitbewohnern vorbei in ihre ausgebauten Dachgeschoßwohnungen oder Lofts bringen und Straßen, in denen irgendwann gähnende Langeweile einzieht. Was haben wir davon, wenn im Auftrag privater Investoren jahrelang Straßen aufgrissen und zugebuddelt werden, Baukräne vor Häuser stehen, Straßen einengen und schon früh die Bewohner mit ihrem Baulärm nerven. Was haben wir davon, dass Tiefbauämter den Überblick verlieren, Grünflächenämter Kinderspielplätze einzäunen, weil das Geld nicht reicht. Was haben wir davon wenn Mieter mit kriminellen Methoden aus ihren Wohnungen aus Profitgier vertrieben werden. – Nichts!
Hartmut Dold
![]()
BVV – Pankow beschließt Vorschlagsliste zum Förderprogramm Stadtumbau Ost
Vier Projekte im Gleimviertel benannt
In ihrer Sitzung am Mittwoch, den 26.09.2012 hat die BVV- Pankow eine Liste von Projekten beschlossen, die aus dem Programm “Stadtumbau Ost – Aufwertung ” seit dem Jahr 2002 gefördert werden. Entsprechend der Schwerpunktsetzung: Soziale Infrastruktur und öffentliches Grün vor öffentlichen Straßenraum, wurden in der Projektliste 1: Gebiet Prenzlauer Berg insgesamt 9 Projekte benannt, von denen 4 im Gleimviertel liegen. Bezogen auf die Jahre 2013 bis 2015 werden dafür insgesamt 1.446 Mio Euro veranschlagt. Der Löwenanteil ist für die Schule am Falkplatz vorgesehen.(1.036 Mio Euro insgesamt, davon 80.000 Euro 2013, 600.000 Euro 2014 und 356.000 Euro 2015) Saniert werden sollen Aula, Speisenraum und Sporthalle, viel Geld. Was ist mit der Fassade am ehemaligen Schulpalast des Nordens? Da bröckelt der Putz! weiter
Hartmut Dold
![]()
WBA Demo – Beispiel für Solidarität und Integration
WBA: „Wir bleiben alle! – Mittendrin statt außen vor“, unter diesem Motto startete am 22.September 2012 eine Demo gegen Mietwucher und Vertreibung aus der Innenstadt durch Mietspekulanten und ihren Helfern aus der Politik. Aufgerufen hatten über 30 Initiativen, die sich gegen Gentrifizierung und Sozialabbau wehren. Am Ausgangspunkt, dem U-Bahnhof Eberswalder Straße, versammelten sich über tausend Demonstranten zum friedlichen und stimmungsvollen Protest begleitet von einem großen Polizeiaufgebot! Gegen 16:45 Uhr wurde das „rote Band“ von den Senioren der „Stillen Straße 10“ zusammen mit den Mieterinitiativen “Kotti & Co” und den „Palisaden Panthern“ aus der Palisadenstraße durchschnitten.
Hartmut Dold
![]()
Saisonausklang im Mauerpark!
An einem der wohl letzten warmen und sonnigen Wochenenden im September 2012 waren wieder Zehntausende im Mauerpark unterwegs. Wie immer war die Bear Pit Karaokeshow von Joe Hatchiban, der mit bürgerlichen Namen Lennon heißt, der Name ist Programm, von Tausenden umlagert. Aber es gab noch mehr zu berichten!
Hartmut Dold
![]()
BVV-Mitte: “Mauerpark-Vertrag” durchgewinkt!
Anfragen der Grünen und LINKEN nicht zugelassen
Wie nicht anders zu erwarten war, hat die BVV-Mitte in ihrer Sitzung am 13.09.2012 mit den Stimmen der SPD und der CDU den Entwurf des “Mauerpark-Vertrages”, der von den Interessen und Juristen der Immo AG weitgehend dominiert wird, durchgewinkt. Anfragen der Grünen und der Linken wurden nicht zugelassen. Freizeitparlament trifft auf wirtschaftliche Interessen und Lobbyisten! Dem gegenüber verliefen die Proteste der Bürgerbewegungen im Sande oder auch nicht?. Wir werden sehen, die Zukunft ist offen. Die Vertragsinhalte liegen auf dem Tisch. Das B-Planverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Kein guter Tag für die kommunale Demokratie und für alle Anhänger und Unterstützer eines großen Mauerparks! Aber noch ist nicht alles verloren!
Hartmut Dold
![]()
U-Boot aufgetaucht!
Erste Details aus dem Entwurf des „Mauerparkvertrages“ zwischen Senat und Immo AG sichtbar geworden!
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Herren der Mauerparkbebauung Gaebler, Spallek und Thomsen den Etwurf des städtebaulichen Vertrages zur Mauerparkerweiterung- und Bebauung nicht kennen. Deshalb kann die Pressekonferenz am 06.09. 2012 im Gebäude des Senats für Stadtentwicklung und Umwelt am Köllnischen Park 3 im Nachhinein nur als Versuch gewertet werden, Nebelkerzen zu werfen und Halbwahrheiten zu verbreiten, um von den harten Fakten abzulenken. Mit Sicherheit wird später die Realität nichts mit den bunten Bildern aus der Pressemappe zu tun haben, die leider willfährig publiziert wurden. (Lorentzen Entwurf) Abweichend von den Auslassungen o.g.Protagonisten des Deals, sind jetzt erste Details des städtebaulichen Vertrages zum Mauerpark publik geworden.
Hartmut Dold
![]()
SPD Abteilung Falkplatz/Arnimplatz eröffnet Diskussion um das Grillen auf dem Falkplatz neu!
Große Aufregung unter den Anwohnern des Falkplatzes
Geladene Anwohner des Falkplatzes bestürmten am Montag den 03.09. 2012 den Kieztreff des Bürgervereins Gleimviertel e.V. um auf eine Aktion der SPD aufmerksam zu machen, die die Diskussion um das Grillen am Falkplatz neu eröffnet hat. Was war geschehen? Die SPD-Abteilung Falkplatz-Arnimplatz will das Grillverbot am Falkplatz überprüfen! Als das Verbot vor drei Jahren erlassen wurde, war eine Evaluation versprochen worden. Dieses Versprechen wurde bisher vom Bezirksamt nicht eingelöst, so dass die SPD vor Ort aktiv wurde und mit Infoständen und einer Online-Umfrage unter www.falkplatzgrillen.de die Diskussion neu eröffnen hat. Ob das klug ist, steht auf einem anderen Blatt. Gut, dass die Grillsaison fast vorbei ist!
Hartmut Dold
![]()
Aufruf zur Demo II!
Unter dem Motto das Kasperletheater geht weiter ruft die Mauerparkstiftung Weltbürgerpark zu einer Demo vor dem Max-Planck-Gymnasium, Singerstraße 8 a, am Donnerstag den 13.09. 2012 auf.
Beginn:17.00 Uhr!
Es geht um die veschobene BVV-Versammlung Mitte vom 23.08.2012, in der die Bebauung des nördlichen Teils des Mauerparks um 600 Wohneinheiten verstetigt werden sollte. Dies soll nun nachgeholt werden! Der Weg dazu wurde in einer Medienoffensive von Staatssekretär Gaebler und Stadtrat Spallek gemeinsam mit dem Immo AG-Vertreter Thomsen am 06.09. geebnet. (siehe Artikel unten) Kommt alle zur Demo und rettet den Mauerpark! P.S. Wer an der Sitzung teilnehmen will muß Platzkarten reservieren (nur 2 pro Teilnehmer) und seinen Ausweis mitbringen. Kinder sind nicht erwünscht! Reservierung beim Büro der BVV-Mitte unter der Nr.: (030) 901 82 45 50.
BV
![]()
Medienoffensive zum Mauerpark
Im Vorfeld der anstehenden Beschlüsse der BVV – Mitte am 11.09 und 13.09.2012 zum Mauerpark sind Staatssekretär Gaebler und Stadtrat Spallek in die Offensive gegangen. So fand am 06.09.2012 im Dienstsitz des Staatssekretärs für Stadtenwicklung und Umwelt, am Köllnischen Park 3, eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz mit entsprechender Pressemitteilung statt. Neben Christian Gaebler und Karsten Spallek war auch Henrik Thomsen, Leiter der CA Immo Berlin zugegen. Unter dem Titel: Erweiterung des Mauerparks vereinbart – Städtebaulicher Vertrag und weitere Entwicklungen wurde eine schöne neue Welt verkauft, mit bunten Schaubildern in der Pressemappe für die anwesenden Pressevertreter. Wenigsten wurden einige Details verlautbar, andere blieben im Nebel.
Hartmut Dold
![]()
„Töne des Dschungels“ – verstummt und eingezäunt!
Nur 6 Jahre sind es her, als mit einer Feier unter Anwesenheit der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer und des zuständigen Pankower Stadtbezirksrats Matthias Köhne, der Kinderspielplatz Töne des Dschungels Kopenhagener/Ecke Rhinower eingeweiht wurde. Heute bestimmen Umzäunungen und Aufsteller aus Maschendraht das Bild. Wie konnte es dazu kommen und wie geht es weiter?
Hartmut Dold
![]()
Das ist unser Kiez! – bürgernah, weltoffen, kinderfreundlich
Altberliner Straßenfest des Bürgervereins
Während sich am Rande des Mauerparks auf der Eberswalder Straße internationales Raverpublikum an der F-Parade vergnügte und das Bild von witzigen Wagen mit dröhnenden Bässen, leicht angetrunkenen Ravern und martialisch ausgerüsteter Polizei bestimmt wurde, fand auf der nördlich des Gleimtunnels gelegenen Seite, ein fröhliches Volksfest mit vielen Kindern und ihren Eltern in und um die Jugendfarm Moritzhof statt. Nach Aussagen vieler Beteiligter fand das Fest großen Anklang.
Hartmut Dold
![]()
Mauerpark: High Noon vertagt
Am Abend des 23.August 2012 sollten in der BVV Mitte die Pläne des Bezirksamts Mitte zur massiven Bebauung des nörlichen Teils des Mauerparks von den Bezirksabgeordneten durchgewinkt werden. Doch es kam anders…! Begleitet vom friedlichen Protest von ca. 150 Bürgern wurde die Sitzung nach mehreren Stunden Beratungszeit vertagt.
Hartmut Dold
![]()
Aufruf zur Demo!
Am Donnerstag, den 23.08.2012, wird die BVV Mitte über das weitere Vorgehen im Mauerpark beschließen. Im hinteren Teil der zahlreichen Tagesordnungspunkte (TOP 16.31) befindet sich die Beschlußvorlage 0291/IV des Bezirksamts Mitte unter dem Titel Mauerpark realisieren und der TOP 16.36. Beschluss über die nächsten Schritte für den Mauerpark(0404/IV). Darin soll der Betoncoup mit der Immo AG verstetigt werden. Solidarisiert Euch, rettet den Mauerpark! Kommt am 23.08.2012 um 17:00 Uhr zum Bezirksamt Mitte in der Karl- Marx Allee 31 und zeigt Euren Protest gegen die Betonierer!
BV
![]()
Einladung zum Straßenfest
Am Sonnabend , den 25.August von 15 Uhr bis 22 Uhr startet unser diesjähriges Straßenfest in der Schwedter Straße 90 in und am Moritzhof. Alle Kiezanwohner oder andere Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Es gibt ein vielseitiges Programm für Jung und Alt. Das Straßenfest wird organisiert und veranstaltet vom Bürgerverein Gleimviertel e.V., der Jugendfarm Moritzhof und dem Jugendclub Friteim.
Hartmut Dold
![]()
Das Bezirksamt Mitte versenkt den Mauerpark im Sommerloch
Im Sommerloch der Medien tauchen alle Jahre wieder Krokodile in bayrischen oder NRW-Baggerseen auf und auch im berliner Schlachtensee vergreift sich ein mindestens 2 Meter großer Wels regelmäßig an Badende und Dackel. Es werden auch schon mal Gesetze wie das Meldegesetz verabschiedet, das den Behörden erlaubt, Meldedaten an Adresshändler zu verkaufen. Hinterher war’s dann keiner gewesen, niemand wusste Genaues und alle schämen sich ein bisschen. Das sollte auch das Bezirksamt Mitte tun, das mit seinem Beschluss vom 26.06. handstreichartig den von der BVV gefassten Kompromiss zum Mauerpark aushebelte und damit sein seltsames Verständnis von Demokratie offenbart. Zu dem unerhörten Vorgang haben sich unter anderen auch zwei Mitglieder des Bürgervereins Gleimviertel e.V. mit Beiträgen gemeldet: M.Nelken (DIE LINKE) und St.Lenz (CDU). Auch der Beitrag von K.Mindrup(SPD) ist informativ. Dem ist eigentlich wenig hinzuzufügen. Bleibt als Bonmot nur ein aus dem historischen Zusammenhang gerissener Verweis auf Lenins Werk von 1905 Zwei Taktiken der Sozialdemokratie…, ein Schritt vor und zwei zurück oder auf den Immobiliendeal der OHG Simon und Bloch, die sich 1904 einen Teil des Falkplatzes unter den Nagel rissen.
Hartmut Dold
![]()
Pflanzaktion im Mauerpark
Am Montag den 11.Juni um 10 bis 12 Uhr gab es auf Einladung der Stiftung Weltbügerpark eine Pflanzaktion im westlichen Mauerpark. (gegenüber dem Birkenwäldchen) Es pflanzten Kinder der Freien Schule am Mauerpark, der umliegenden KITAS, und Nachbarn aus dem Brunnen- und Gleimviertel. Zugegen waren auch Bezirks- und Landespolitiker von B90/ Grüne und die LINKE wie Klaus Lederer und Andreas Otto.
Hartmut Dold
![]()
Mauerpark 2012 – aktuelle Beschlusslage
Nachdem die BVV Mitte am 19.4 2012 ihren Willen zur Fertigstellung des Mauerparks erklärt hat, folgt nun am 25.4.2012 die BVV Pankow nach. Zur Beschlussfassung steht der gemeinsame Antrag der Fraktionen Bündnis90/Die Grünen und SPD mit dem Titel Nach über 20 Jahren – endlich den Mauerpark fertigstellen! Damit liegt der Ball endgültig beim Senat! Der Text kann nachstehenden Drucksachen entnommen werden: Drucksache 0291/IV – BVV Mitte(pdf, 44,5Kb) Drucksache VII-0131 – BVV Pankow(pdf, 68Kb) P.S. Wie die Berliner Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (26.4.2012) unter der Überschrift Große Lösung für den Mauerpark berichtet, will der Senat laut Aussage des Staatssekretärs für Stadtentwicklung Christian Gaebler nicht nur , wie bisher kolportiert, 2 bis 3 ha von der Immo AG Wien kaufen sondern 5 ha, um somit den Park auf insgesamt 13 ha zu erweitern. Allerdings ist immer noch die Rede von ca. 550 Wohneinheiten im nörlichen Teil.
Hartmut Dold
![]()
Die Kopenhagener Straße
erste Annäherung
Das Gleimviertel wird durch zwei marginale Straßen in Ost-West Richtung durchteilt. Neben der Gleimstraße, dem Namensgeber des Gleimviertels, ist die Kopenhagener Straße ein eher unbeschriebenes Blatt. Während erstere, durch Namen, Dokumentation und Internetpräzenz eindeutig privilegiert, den Prenzlauer Berg zwischen Schönhauser Allee über den Gleimtunnel mit dem Wedding verbindet, fristet ihr Nachbar in der Ost-West Achse ein eher bescheideneres oder auch beschaulicheres Dasein, das im Westen an der Schwedter Straße, am Kinderbauernhof, endet. Mit 800 Meter Länge steht sie der Gleimstraße in nichts nach. Ihr fehlender Durchgangsverkehr nach Westen und ihr Kopfsteinpflaster machen sie für Autofahrer eher unattraktiv, Anwohnern kommt das natürlich entgegen. Erbaut zwischen 1900 bis 1903 prägen immer noch viele Jugendstilhäuser ihren Charakter. Die zwischen der Schönhauser Allee und der Rhinower Strasse gelegenen Hausnummern 71 bis 78, nach 1990 zumeist aufwendig rekonstruiert, stehen unter Denkmalschutz. Leider wurde an den dafür vorgesehenen Fassadenstücken das Erbaungsjahr, nicht wieder stuckkatiert. Einzige Ausnahme bildet die Hausnummer 68 kurz hinter der Rhinower Straße. Aber es gibt noch mehr zu berichten!
Hartmut Dold
![]()
Zwei Hälften – nichts Ganzes ?!
Mauerpark was n(t)un ?
Nicht unerwartet hat der Stadtentwicklungsausschuss der BVV Mitte auf seiner Sondersitzung zum Mauerpark am 30.3.2012 mehrheitlich eine Beschlussvorlage zur Zukunft des Mauerparks verabschiedet, die Licht und Schatten enthält. Über diese Vorlage wird die BVV Mitte am 19. April abstimmen. Die Lichtseite: Gemäß des gemeinsamen Vorschlages von SPD, CDU und den Grünen soll das Land Berlin anstatt an die Allianzstiftung 2,3 Millionen Euro zurückzuzahlen, dieses Geld benutzen, um circa 2 Hektar Fläche zwischen Bernauer Straße und Gleimstraße aufzukaufen. Weiterhin soll den Betreibern des Flohmarkts und des Mauerseglers die Möglichkeit eingeräumt werden, die von ihnen genutzte Fläche von ebenfalls circa 2 Hektar zu kaufen oder vom Land Berlin zu pachten. Das Ziel soll sein, eine Bebauung südlich der Gleimstraße möglichst vollständig zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aber noch weitere 3 bis 4 Hektar von der CA Immo erworben werden oder von dieser für die Parkerweiterung zur Verfügung gestellt werden. Die Schattenseite: Der CA Immo wird für den Bereich nördlich der Gleimstraße ein Baurecht für Teilflächen eingeräumt. Die Bebauung dieser Teilflächen soll ökologisch und nachhaltig sein und möglichst genossenschaftlich organisiert werden. Was unter einer Teilbebauung des knapp 4 Hektar großen Geländes zu verstehen ist, wurde von dem CDU-Ausschussvertreter mit einer Zahl von circa 22 000 bis 25 000 m2 Geschoßfläche oder circa 200 bis 250 zu erstellenden Wohneinheiten umrissen. Ein zu verabschiedener Bebauungsplan soll zur leichteren Umsetzung der Pläne in einen Bereich südlich und einen Bereich nördlich des Gleimtunnels aufgeteilt werden. Die Bürgerbeteiligung an den weiteren Planungen soll weitgehend über die vom ehemaligen Baustadtrat Gothe ins Leben gerufene Bürgerwerkstatt erfolgen, die dazu wieder mit entsprechenden Mitteln auszustatten ist.
Soweit in groben Zügen die Beschlussvorlage für die BVV. Wie bei allem, steckt auch bei dieser Vorlage der Teufel im Detail. Es blieb vollkommen offen, ob das Land Berlin überhaupt bereit ist, über die 2,3 Millionen hinaus noch weiteres Geld für die Mauerparkparkerweiterung in die Hand zu nehmen. Eine zuständige Senatsverwaltung, die man hätte fragen können, glänzte auf der Ausschusssitzung durch Abwesenheit. Was die CA Immo, ohne deren Zustimmung gar nichts läuft, von diesen Plänen hält, darüber kann man auch nur mutmaßen. Wie nachträglich bekannt wurde, waren zwar Vertreter der CA Immo auf der Sitzung, diese hielten sich aber vornehm im Hintergrund und wurden auch von niemandem aus dem Ausschuss zu einer Stellungnahme aufgefordert. Für die RBB-Abendschau hat sich nach der Sitzung aber dann doch noch ein CA Immo-Vertreter (H. Thompsen) geäußert: “Wir könnten uns für eine Bebauung des nördlichen Gebiets sehr gut eine Zahl von 500-600 Wohnungen vorstellen”. Ups, war die nicht gerade noch die Rede von 200 bis 250 Wohneinheiten? Kein Wunder, dass sich die CA Immo-Vertreter auf der Sitzung nicht zu Wort gemeldet hatten, ihre Ansage wäre wohl im wütenden Protest der anwesenden Bürger und Bürgerinnen untergegangen. Man erinnere sich: Eine Bebauung mit 500 bis 600 Wohneinheiten entspricht mehr oder weniger der Anzahl von Wohneinheiten, die dem von der Vivico 2010/2011 ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb zur Vorgabe gemacht wurde. Die Vertreter der Bürgerwerkstatt haben damals unter Protest die Wettbewerbsjury verlassen, da sie die mit solch einer Anzahl von Wohneinheiten verbundene Bebauungsdichte nicht mittragen konnten. Großen Unmut hat bei den vielen auf der Ausschusssitzung anwesenden Initiativen, Bürgern und Bürgerinnen auch die in dem Beschluss für die weitere Bürgerbeteiligung festgeschriebene Führungsrolle der Bürgerwerkstatt hervorgerufen. Die Forderung nach einem runden Tisch, an dem alle Initiativen gleichberechtigt vertreten sind, wurde insbesondere von den Vertretern der Grünen und der CDU vehement mit der Begründung abgelehnt, dass man wegen der Zeitnot hauptsächlich mit kompromissbereiten Gruppierungen zusammen arbeiten müsse. Ob dieser Ansatz zur Befriedung der emotional stark aufgeladenen Debatte über die Zukunft des Mauerparks beiträgt, sei dahingestellt. Um es klar zu sagen: Der jetzt vorliegende Beschluss mit keiner Bebauung im Süden und einer stark reduzierten, sozial orientierten Wohnbebauung im Norden wäre, wenn er denn so umgesetzt würde, schon ein Erfolg der Bürgerschaft ohne deren Engagement der Mauerpark heute wahrscheinlich schon zugebaut wäre.
Es muss aber trotzdem gestattet sein, weiterhin für einen komplett unbebauten Mauerpark zu kämpfen, ohne gleich in die Ecke des nicht kompromissbereiten Blockierers gestellt zu werden, der zwar einen Park haben will, dafür aber nicht einmal den Preis für eine sozialverträgliche Bebauung und damit erschwinglichen Wohnraum zahlen will. Apropos erschwinglicher Wohnraum: Auf die Frage des Piratenvertreters an den Baustadtrat Spallek, wo denn der Quadratmeterpreis der neuen Wohnungen in etwa anzusiedeln wäre, antwortete dieser, das könne er nicht sagen, es handele sich schließlich nicht um einen sozialen Wohnungsbau. Das ist genau die Krux: Auch genossenschaftliches Bauen hat seinen Preis und es ist, wie ein Mitglied einer Weddinger Genossenschaft erläuterte, pure Illusion, für die neuen Wohnungen von einem Quadratmeterpreis von unter 8 bis 9 Euro Kaltmiete auszugehen. Wer sich solche Mieten leisten kann, gehört damit sicher nicht zu dem Personenkreis, der von der Gentrifizierung betroffen ist. Die Frage steht also weiterhin im Raum: will man den Teil des Mauerparks, der vor allem von den Personen, die nicht nur auf Party aus sind, als eine sehr wichtige Ruhezone im Konzept eines umfassenden Mauerparks angesehen wird, für einen wieder mal angeblich alternativlosen Kompromiss den Interessen einer Immobilienfirma opfern? Wäre es nicht sinnvoller, alle Kräfte zu bündeln, um den politischen Entscheidungsträgern klar zu machen, dass die Mehrzahl der betroffenen Bürger und Bürgerinnen eben keine Bebauung will, sondern eine öffentliche Hand, die endlich den politischen Willen aufbringt, die Fertigstellung des Mauerparks ohne Bebauungskompromiss zu ermöglichen? Mauerpark-Beschluss Stadt.ausschuss 30.03.2012 (pdf, 29 Kb)
Rainer Stern
![]()
Mauerpark 2012 – jetzt geht’s ums Ganze II
Die Gerüchteküche brodelt
Hat der Staatssekretär der Senatsverwaltung Christian Gäbler sein Ultimatum an die BVV-Mitte wieder zurückgenommen? Laut bisher allerdings unbestätigten Informationen soll der Staatssekretär doch darüber nachdenken, die anstehende Rückzahlung von über 2 Millionen Euro an die Allianzstiftung lieber für einen Teilflächenaufkauf zu verwenden. Gleichzeitig haben die Betreiber des Flohmarkts und des Mauerseglers angeboten, die von ihnen genutzten Flächen an der Bernauer Straße privatrechtlich für circa 2 Millionen Euro zu erwerben. Ob bei einer möglichen Umsetzung dieser Pläne die Bebauung im Süden vom Tisch ist oder nur in Richtung Norden verschoben werden soll, bleibt offen. Die zu schluckende Kröte ist allerdings, dass die Senatsverwaltung weiterhin von einer Bebauung der Flächen nördlich des Gleimtunnels ausgeht, wenn auch in deutlich geringerem Umfang als im bisher vorliegenden Bebauungsplan-Entwurf 1-64. Die sozial orientierte Teilbebauung soll sich an das Brunnenviertel anlehnen und damit Platz für grüne Wege in Richtung Norden und Westen lassen. Diese Vorstellungen decken sich in etwa mit den auf der Bezirksgruppensitzung der Grünen Mitte am 27. März 2012 gefassten Beschlüssen. Die Grünen Mitte haben sich darin zu einer denkbaren Teilbebauung des Mauerparks bekannt, wenn eine Fertigstellung des Mauerparks anderweitig nicht realisiert werden kann. Mit diesen Beschlüssen werden die Grünen in die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses der BVV Mitte am 30.3. zu gehen. Wie gesagt, bis auf die Beschlüsse der Grünen sind das alles bisher unbestätigte Informationen. Mit Sicherheit werden wir aber auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses der BVV Mitte mehr über die Absichten und Pläne der Senatsverwaltung und der Bezirksverordneten erfahren.
Rainer Stern
Lasst uns Öffentlichkeit herstellen! Umso mehr Leute zu der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses gehen, desto besser:
Ort: BVV-Saal, Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin Termin: Freitag, 30.03.2012, 17:30 Uhr Thema: Mauerpark – B-Planverfahren 1-64: Diskussion zum weiteren Vorgehen bzw. diesbezügliche Positionierung des Ausschusses
Hartmut Dold
![]()
Mauerpark 2012 – jetzt geht’s ums Ganze I
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeigt Zähne
Mit einem Paukenschlag hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung alle aufkeimenden Hoffnungen auf einen unbebauten Mauerpark vom Tisch gewischt.
Zuletzt schien auf politischer Ebene etwas Bewegung in die Auseinandersetzung um den Mauerpark gekommen zu sein: Die SPD Nord/Ost und die Grünen/Bündnis90 aus Pankow machten den Vorschlag, das Land Berlin solle die fehlenden 10 Hektar des Mauerparks aufkaufen und die Kosten über eine Verpachtung eines Teils der Fläche refinanzieren. Die Erweiterung des Mauerparks könnte dann schrittweise erfolgen. Diese Idee wurde auch von der Mauerpark Stiftung Welt-Bürger-Park aufgegriffen. Dieser Vorschlag scheint jetzt wohl leider kaum noch das Papier wert zu sein, auf dem er geschrieben wurde. Laut den Prenzlauer Berg Nachrichten vom 9. 3. 2012 (www.prenzlauerberg-nachrichten.de: Bebauung oder nichts, das ist hier die Frage) lässt der Staatssekretär der Senatsverwaltung Christian Gäbler durch sein Sprecherin erklären, dass der Senat auf keinen Fall Mittel für einen Flächenaufkauf zur Verfügung stellen wird und stellt die BVV Mitte, die am 30. März in Sachen Mauerpark tagt, vor knallharte Alternativen: „Entweder der Mauerpark wird gar nicht erweitert und wir zahlen die Strafe an die Allianz Umweltstiftung. Oder der Bebauungsplan, der eine Bebauung nördlich des Gleimtunnels vorsieht, wird zu Ende gebracht”. Jetzt wird auch klar, warum die Senatsverwaltung ihren eigenen Antrag zur Freigabe der gesperrten Mittel für die Bürgerwerkstatt zurückgezogen hat. Geld soll es nur geben, wenn die Bürgerwerkstatt eine Bebauung der Flächen nördlich der Gleimstraße in ihre Planungsvorschläge einbezieht. Eine solche Bebauung war in den letzten Plänen der Bürgerwerkstatt nicht mehr vorgesehen. Die Sprecherin: „Diese zuletzt erstellten Pläne entsprechen nicht den Vorgaben des Senats und damit auch nicht der eigentlichen Aufgabe der Bürgerwerkstatt”. Damit wird ersichtlich, dass die Bürgerwerkstatt in den Augen des Senats nie als ein unabhängiges Bürgerbeteiligungsgremium gesehen wurde, sondern lediglich als ein Gremium, das an der Freiflächenplanung mitwirken darf, eine Bebauung aber akzeptieren muss. Wie sagte schon so schön der ehemalige Baustadtrat von Mitte (E. Gothe): „Es ist selbstverständlich, dass die zukünftige Parkfläche und die Bebauungsfläche als Einheit gesehen werden müssen und die Freiflächenplanung und die städtebauliche Planung eng aufeinander abgestimmt werden”. Das war dann ja auch der Grund, warum der Bürgerverein Gleimviertel e.V. nicht mehr bereit war, in der Bürgerwerkstatt mitzuarbeiten. Ob der neue Stadtentwicklungsrat von Mitte Carsten Spallek (CDU) diese eindeutige Haltung seines Vorgängers unterstützt, ist noch unklar. Jedenfalls scheint er von der klaren Ansage der Senatsverwaltung noch nichts mitbekommen zu haben. Laut Berliner Kurier vom 10. 3. 2012 (www.berliner-kurier.de: Bonzenstopp im Mauerpark) will der Stadtrat der Vivico für die Parkerweiterung entweder einen Grundstückstausch anbieten oder die Flächen für die Parkerweiterung aufkaufen. Laut Kurier soll die Bebauung nördlich des Gleimtunnels für den Stadtrat vom Tisch sein. Wer’s zahlen soll bleibt zwar offen, aber dieser Vorstoß wäre immerhin wieder ein Hoffnungsschimmer. Man darf gespannt sein, was sich da noch so entwickelt. Auf der einen Seite scheint jetzt die Senatsverwaltung zu stehen, die kategorisch die Bereitstellung von Mitteln für einen Flächenaufkauf ablehnt, auf der anderen Seite alle engagierten Bürger und Bürgerinnen, die für eine Fertigstellung des Mauerparks ohne Bebauung sind. Was die SPD Nord/Ost und die Grünen Pankow zu dem rigorosen Abbürsten ihrer Vorschläge durch die Senatsverwaltung sagen, bleibt abzuwarten. Auch wo sich die BVV Mitte einordnet, ist noch offen. Der Stadtentwicklungsrat von Mitte scheint der Idee des Flächenaufkaufs aber nicht so ablehnend gegenüber zu stehen wie die Senatsverwaltung. Am 30. März tagt Ausschuss für Stadtentwicklung in Mitte zu einer Sondersitzung in Sachen Mauerpark. Danach wissen wir mehr. Erste politische Stellungsnahmen: Die LINKE, CDU
Rainer Stern
![]()
Für ein Miteinander
Jahresmitgliederversammlung des Bürgervereins am 1.März 2012
Etwa 20 Mitglieder waren im Kieztreff erschienen, um am Abend des 1. März ihre Jahresmitgliederversammlung abzuhalten. Da die Aufreger der letzten Wahlperiode fehlten, war eine konstruktive und auf Ausgleich bedachte Arbeitsatmosphäre zu spüren und die 10 Tagesordnungspunkte wurden zügig abgearbeitet. In Abwesenheit von S.Krauskopf begrüßte J.Röber die anwesenden Mitglieder und verlas den Rechenschaftsbericht. Nach dem Finanzbericht des Kassenwarts, J.Lehmann, wurde der alte Vorstand entlastet und der neue gewählt. Es kandidierten für den Vorsitz Jörg Lehmann, Jacqueline Röber und Lutz-Dieter Bogs, der seine Kandidatur, nachdem sich Simone Krauskopf doch für eine Wiederwahl entschlossen hatte, zurückzog.
Der alte Vorstand ist der neue
Nach Abschluss der Kandidatenliste erfolgte in Blockabstimmung die Wahl des 1. und des 2. Vorsitzenden und des Kassenwarts. S.Krauskopf, J.Röber und J.Lehmann wurden mit größtmöglicher Mehrheit wiedergewählt. Somit ist der alte Vorstand der neue. Gleiches gilt auch für die drei Beisitzer. Nach kurzer Diskussion und zwei Abstimmungen über die Anzahl, wurden schließlich wieder drei Beisitzer gewählt, Marina Pechardscheck, Lutz-Dieter Bogs und Rainer Stern. Herzlichen Glückwunsch allen Gewählten und ein gutes Miteinander im Bürgerverein.
Hartmut Dold
![]()
Die Fernwärme erreicht das Gleimviertel
Eine erste Stellungnahme
Über den ökonomischen oder ökologischen Nutzen von Fernwärme kann man streiten, nicht jedoch über den Sinn einer rechtzeitigen und und inhaltlichen Information der betroffenen Bürger. Am 23.1 2012 wurde den Anwohner der Gleimstr., Rhinower- und Kopenhagenerstraße per Handzetteleinwurf in Briefkästen, von der Baufirma Meyer und John mitgeteilt, dass in den nächsten Monaten umfangreiche Tiefbauarbeiten auf sie zukommen. Baubeginn sollte der 6.2 sein, Bauende der 20.8.2012. Es werden Ferwärmerohre im Auftrag von Vattenfall Europe Wärme AG verlegt, die das Gleimviertel an das Ferwärmenetz von Vattenfall anschließen soll. Die Rohre kommen aus der Stargarderstraße und untertunneln die Schönhauser Allee in Richtung Gleimstraße. Eingespeist wird die Wärme durch die Kraftwerke Klingenberg/Rummelsburg und Mitte. Dies war für den Bürgerverein Gleimviertel e.V. Grund genug, beim Bezirksamt/Tiefbauamt und Vattenfall nachzufragen, zumal keiner von beiden bisher in Erscheinung getreten war. Inzwischen erreichte uns folgende mündliche Stellungnahme seitens der verantwortlichen Bauleitung:
- In den nächsten Tagen wird ein Hinweisschild von Vattenfall aufgestellt.
- Die Bauarbeiten an der Untertunnelung dauern bis Ende Juni.
- Die Erdarbeiten werden auf der dem Kino gegenüberliegenden linken Seite der Gleimstraße ausgeführt. Sie führen dann rechts der Rhinower Straße entlang und enden vorerst bis 70 Meter in die Kopenhagener Straße hinein.In einem späteren Abschnitt soll auch die Ystader Straße erschlossen werden.
- Parallel zu den Bauarbeiten von Vattenfall werden auch die Berliner Wasserbetriebe im Bereich Gleimstraße aktiv.Näheres ist nicht bekannt.
- Für eine Überschreitung der Schwedter Straße in Richtung Wedding lägen bisher keine Pläne vor.
- Es werden nur die Häuser an das Netz angeschlossen, deren Vermieter im Vorfeld zugestimmt haben.In der Stargarder Straße sollen das etwa 40% sein.
- Die Bauleitung von Vattenfall will mit dem Bürgerverein in Kontakt bleiben und rechtzeitig informieren.
Hartmut Dold
![]()
Einladung zur
Jahresmitgliederversammlung
Am 1.März 2012 findet im Kieztreff, Kopenhagenerstr.50, unsere jährliche Mitgliederversammlung statt. Beginn: 19 Uhr, großer Raum Auf der Tagesordnung stehen:
- der Rechenschafts-und Kassenbericht
- die Entlastung des alten und Wahl des neuen Vorstands
- Ausblick auf die Projekte 2012 und anschließende Diskussion
alle Mitglieder sind herzlich eingeladen!
Vorstand
![]()
Die Gleimstraße – ein Update 2.0
Impressionen aus der Gegenwart
Es ist jetzt 13 Jahre her, seit die, in dieser Form wohl einzigartige Milleustudie über eine Berliner Straße, die Gleimstraße, dem Namensgeber des Gleimviertels, erschienen ist. Herausgegeben vom Kulturamt Prenzlauer Berg, Museum für Heimatgeschichte und Stadtkultur, gelang damals einer Autorengruppe, unter der Leitung von Anett Gröschner, ein bemerkenswerter kulturhistorischer und politischer Abriss. Wer nachlesen will, was der Exer war, warum der Falkplatz als Schmuckplatz ausgewiesen wurde und warum man dort baden konnte, oder weswegen um die Jahrhundertwende dort regelmäßig Razzien durchgeführt wurden, der wird hier fündig. Aber auch Zeitzeugen aus der Zeit vor und nach dem Mauerbau werden befragt und die bedrückende Situation im Grenzgebiet der Staatsgrenze der DDR beschrieben. Was ist aus der Gleimstraße und dem Gleimviertel aus der Distanz einer Dekade geworden? Ist alles anders, neuer, schöner, ist das Gleimviertel sexy oder bürgernah? Gibt es neue Probleme und Einsichten oder wiederholen sich nur alte in ähnlicher Weise, nur unter anderen Termini? Das sind die Fragen die der Bürgerverein Gleimviertel e.V. in einer Art empirischer Bestandsaufnahme nachgehen will. Der I.Teil fragt nach den Anfängen bürgerlichen Engagements. Der II.Teil will sich mit weiteren historischen Aspekten und ihrem Bezug zur Gegenwart auseinandersetzen. Der III.Teil wird sich mit den baulichen Veränderungen beschäftigen. Im IV.Teil geht es um die sozialen Auswirkungen. Im V. und VI. Teil werden Falkplatz und Mauerpark thematisiert. Die Fragen und Antworten werden und sollen nur empirische Momentaufnahmen sein.Sie sind individuell und ihr Wahrheitsgehalt liegt im Auge des Betrachters oder Lesers. Wohnen und Leben im Gleimkiez – historische Kontinuität; eine Herausforderung, ein Albtraum, ein Privileg oder nur stinknormal und austauschbar!
Hartmut Dold
![]()
Podiumsdiskussion zur Wahl gut besucht!
Kandidaten stellten sich vor
Unter dem Motto Machen Sie sich Ihr Bild, nutzten ca. 75-80 Anwohner des Gleimkiezes die Gelegenheit, 3 Tage vor der Wahl des Abgeordnetenhauses, Ihre Direktkandidaten des Wahlkreises 6 kennenzulernen. In der Mitte des Podiums haben sich Andreas Otto/Grüne und Roland Schröder/SPD platziert. Der Kandidat der LINKEN, Florian Schöttle, saß rechts – aber nur vom Publikum aus gesehen, aus seiner Sicht stimmte die Richtung. Links neben Ihm Christoph Dietrich/FDP. Eher ungewöhnlich die linke Seite mit Philipp Magalski/Piraten(Phil Anthrop), Stephan Lenz/CDU, und Andrea Hüttinger von den Unabhängigen. Moderiert hat die Veranstaltung Simone Krauskopf, 1.Vorsitzende des Vorstands des Bürgervereins Gleimviertel.
Hartmut Dold
![]()
